Mitunter sind Fremdwörter doch ein Segen. Wenn ich so zwischen Hydropsie und Wassersucht die Wahl habe, bin ich immer für Hydropsie. Wassersucht hat so was kolossal Anschauliches. Theodor Fontane

Nicht unzüchtig

Die von Hans-Ulrich Schmückle nach Motiven von François Boucher gestalteten Bühnenbilder zu einer Augsburger Aufführung der Mozart-Oper „Figaros Hochzeit“ (siehe den Artikel von René Drommert in der ZEIT Nr. 48) sind nicht unzüchtig. Zu dieser Ansicht gelangte die Augsburger Staatsanwaltschaft und stellte das seit zwei Monaten laufende Verfahren gegen Schmückle und den Intendanten des Theaters, Karl Bauer, ein. Von der Theaterleitung wurde angekündigt, daß noch in diesem Jahr die Hintergründe der staatsanwaltlichen Aktion aufgehellt werden sollen. Aber diesmal war’s wirklich nicht der Volkswartbund.

Theatersterben in der DDR

Das Kultusministerium der DDR will bis zum August 1963 sechs oder acht Theater entweder schließen oder mit benachbarten Bühnen zusammenlegen. Unter anderem sollen das Kreistheater Barna vom Landestheater Altenburg und das Wismarer vom Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin mit Aufführungen versorgt werden. Das Ernst-Barlach-Theater in Güstrow soll vom Volkstheater Rostock und das Meißener Stadttheater von den Landesbühnen Sachsen in Dresden übernommen werden. Obwohl seit Bestehen der DDR dort kaum neue Theater eröffnet worden sind, heißt es nun plötzlich, in den südlichen Bezirken sei „stellenweise eine nicht mehr vertretbare Häufung von Theatern anzutreffen“. Als Grund dafür, daß immer weniger Leute ins Theater gehen, gibt das Ministerium einen fast permanenten Mangel an Schauspielern, Sängern und Orchestermitgliedern an. Trotzdem sollen künftig stellungslose Sänger und Musiker nicht etwa an anderen Bühnen arbeiten, sondern, soweit sie pädagogisch begabt sind, als Erzieher in Volksmusikschulen tätig werden. Ob der wahre Grund für den mäßigen Theaterbesuch in der DDR nicht vielleicht auf der Bühne selber, das heißt in dem, was dort vorgeführt wird, zu suchen ist?

Kein Film Ulysses

Der Plan des Regisseurs Jerry Wald, der den „Ulysses“ von James Joyce verfilmen wollte, ist ins Wasser gefallen. Die Filmgesellschaft „Twentieth Century Fox“, zu Sparmaßnahmen gezwungen, strich das Projekt aus der Produktionslinie. Dem Rotstift fielen außerdem die geplanten Literaturverfilmungen von Lawrences „The Lost Girl“ und Romain Garys „La Promesse de l’Aube“ zum Opfer. Gar mancher Literaturfreund wird dem gütigen Schicksal danken.