„Barras heute“ (Bundesrepublik; Verleih: Gloria): „Allein dieser Wunsch (nach geschäftlichem Erfolg) schließt schon von vornherein den Verdacht aus, es könnte sich um einen ‚Werbefilm‘ handeln. Opposition ist bekanntlich photogener! Wie photogen sie aber auch immer sein mag, sie wird in diesem Film die Grenzen der Objektivität und Fairneß (die Mitarbeit der Bundeswehr wird diese Fehler und Mängel von vornherein ausschließen, heißt es an anderer Stelle) nicht überschreiten. Wo Licht ist, ist auch Schatten – und wo Schatten sind, muß auch irgendwo Licht sein.“ Soweit das Programmheft. Diese Sprache, diese Logik verrät genug. Der Rest: die Schatten sind Kasernenhofmatsch und östliche Störintrigen, Licht alles übrige, gerecht geht es zu und demokratisch, bis auf „Unvermeidliches“ eben, das aber „wird es morgen vermutlich genau noch so geben wie gestern und heute“. Vor allem Kommißstiefel: auf sie scheint der Kameramann fixiert. Der Ausbilder ist ein milder Vollmensch, der Abschied von ihm mischt Schmerz in die Strohhutfreude; der renitente Rekrut, zuerst natürlich der Ostkontakte verdächtig, erweist sich doch noch als stiller Held, heimst aufopferungsvoll Lungenschuß und Kommandeursnichte ein; lehrhaft explodiert eine Atombombe (nur Abschreckung macht stark), und wenn befohlen würde, daß Deutsche auf Deutsche schießen, werden, die da oben es sich schon überlegt haben, dem Kleinen steht Nachdenken nicht an, dem Soldaten schon gar nicht. Dieser zynische Tiefpunkt apologetischen Filmschunds gibt vor, in „kritischer, aber durchaus fairer Weise den Alltag des heutigen Soldaten zu „beleuchten“. Der Name des 08/15-Regisseurs, der das elende Produkt mit seinem künstlerischen Gewissen vereinbaren kann, sei noch festgenagelt: Paul May. uwe