DIE ZEIT

Wer guckt in die Röhre?

Ende dieses Monats hätten die ersten Ölleitungsrohre aus dem viel umstrittenen Vertrag zwischen der Sowjetunion und den deutschen Stahlwerken die Bundesrepublik verlassen sollen.

Sondierung in London

Bonner Regierungskreise waren überrascht ob der Erwartungen, die vor Schröders Reise nach London aus mancher englischen Pressestimme herauszuhören waren.

Metropolis

Man hat sich gefragt, wie sich wohl das Verschwommenste der drei Berliner essentials, nämlich die Lebensfähigkeit der Stadt, definieren lasse.

Hassels Aufgabe

Im republikanischen Deutschland Verteidigungsminister zu sein, ist von jeher ein politisches Himmelfahrtskommando gewesen. Das Wehrministerium war noch stets ein Grab politischer Karrieren, in der ersten wie in der zweiten deutschen Republik.

Sieg ohne Order

Als die UN vor zweieinhalb Jahren im Kongo die Verantwortung, übernahm, geschah dies, um die Ordnung wiederherzustellen und um Blutvergießen zu verhindern.

Keine Lösung für Kaschmir

Die indisch-pakistanischen Kaschmir-Verhandlungen, die Ende Dezember in Rawalpindi begannen und nächste Woche in Delhi fortgesetzt werden sollen, standen zunächst unter keinem glücklichen Stern.

Hassels Nachfolger

Der künftige schleswig-holsteinische Regierungschef stand fest, noch ehe ihn der Kieler Landtag am Montag offiziell wählte. Helmut Lemke, bisher Innenminister im Kabinett Hassel, war dem Parlament als einziger Kandidat vorgeschlagen worden; die Spitzengremien der CDU und auch die Landtagsfraktion der Partei hatten sich auf ihn geeinigt.

Zeitspiegel

„Soviel ich weiß, besteht die einzige Möglichkeit für einen erfolgreichen Überraschungsangriff von Bombern der Royal Air Force auf die USA darin, daß diese Übung vorher nicht mit uns abgesprochen wurde.

Druck auf Castro

In einem gemeinsamen Schreiben an den UN-Generalsekretär haben die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion erklärt, der Sicherheitsrat brauche die Kuba-Frage nicht weiter zu behandeln.

Außenminister Schröders Planungsstab

Soeben ist Außenminister Schröders Plan zur Umorganisierung des Auswärtigen Amtes dem Außenpolitischen Ausschuß des Bundestages vorgelegt worden.

Im Dienst des „Schwarzen Kanals“

Es war lange nach dem 13. August 1961. Die Mauer stand schon seit vielen Monaten. Auf einer von Menschen und Autos belebten Straße mitten in Westberlin hielt ein Reporter, das Mikrophon in der Hand, eine ältere Frau an: „Eine Fernsehumfrage .

Kleine Fälle an großer Glocke

Zuweilen greift die SED selbst bei ihren eigenen Leuten durch, selten genug, aber hin und wieder geschieht es doch. Stets sind es harmlose Fälle, die sie an die große Glocke hängt, um auf diese Weise Eindruck zu machen.

Es waren 100000

Solchen Mutmaßungen zum Trotz zeigte es sich gerade im Dezember: Es sind sehr viele, die noch von West nach Ost fahren – mehr, als mancher denkt.

Abgeschossen - wie Hasen

In Flensburg ging der Prozeß gegen den ehemaligen SS-Sturmbannführer Martin Fellenz zu Ende

Nicht zuständig

Bei einer Frau, die offiziell von ihrer Witwenpension lebte, erschien eines Tages ein Fahndungsprüfer des Finanzamtes. Bei Durchsicht der Bücher war er auf Einnahmen gestoßen, die unversteuert waren.

Die Silberpfeile ins Museum?

Im Gastraum in Untertürkheim, wo man Vertreter der verschiedensten Völker aller Rassen trifft, stellte ein Besucher aus Afrika eine Frage, zu der man bei Daimler-Benz heute ungern und nur mit großer Zurückhaltung Stellung nimmt.

Ost und West am Kreuzweg

Seit 1945 haben wir zwei große kommunistische Offensiven erlebt, die das Ziel hatten, die Macht und den Einfluß des Kommunismus über jene Grenzen hinaus auszudehnen, die das Ergebnis des Zweiten Weltkrieges waren.

Planer des Präsidenten

Professor Walter W. Rostow, der Autor unseres Artikels, ist einer der stärksten geistigen Einflüsse in der Kennedy-Regierung.

Der Durchschnitts-Student

Dieser Aufsatz hat notgedrungen einen Gegenstand, den es „in Wirklichkeit“ gar nicht gibt, obwohl er die tägliche Realität der Universitäten und damit die Zukunft unseres Staatswesens bestimmt.

Zeitlragen: Wie begrüßen wir Jewtuschenko?

Als wir mit ihm im Auto vom Hamburger Flughafen zu dem Hotel an der Außenalster fuhren, sah er sich verwundert um: Die Stille der Vorstadtstraßen schien ihm zu gefallen.

Hans Rosbaud

Der Zufall, daß wir gerade in regem Briefwechsel standen, hat die Nachricht vom Tode Hans Rosbauds in meinem Gefühl noch dramatisiert.

Max Ernst – Magier eines bewegten Lebens

Mundus est fabula“ – dieser Titel eines 1959 entstandenen Gemäldes könnte als Motto für das Gesamtwerk von Max Ernst dienen, der, 1891 geboren, gerade siebzig Jahre alt geworden ist.

Wolfgang Ebert:: Ingwelde gehört nach Bonn

Wie so viele Männer habe auch ich den Eindruck, meine Frau sei in unserer Ehe nicht recht ausgelastet. Oft höre ich sie klagen, der Haushalt fülle sie nicht aus, sie wünsche, sich nützlich zu machen.

Wer rettet Wagner?

Szenische Bemerkungen zu Aufführungen der „Meistersinger von Nürnberg“ in Berlin, Frankfurt und Hamburg / Von Johannes Jacobi

Zeitmosaik

Der Theaterkritiker Hans Weigel, in Wien ebenso gefürchtet wie verehrt, hat sich seit Beginn des Jahres von seiner wortmächtigen Position als Rezensent zurückgezogen und auf die andere Seite der Rampe begeben: Er schreibt zur Zeit ein Lustspiel, zu dem Robert Stolz die Musik komponiert.

Seine Majestät der Hörer

Schon in der alexandrinischen Rhetorik des Aristoteles steht der weise Satz, daß der Hörer das Wichtigste an der Rede sei. Der Zuhörer zwingt den Redner zu allerlei Bedenken und taktischen Maßnahmen, wenn der sich verständlich machen will.

Verse, die sich einnisten

Spaß macht’s in Zeiten poetischer Stilunsicherheit, einmal Gedichte anzuzeigen, die jenseits des Geschmacks nachweisbar gut sind.

Kleiner Kunstkalender

Vor zehn Jahren wurde Deutschland in das Fulbright-Programm, Modell eines großzügigen internationalen Kulturaustausches, aufgenommen.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT die schäfernden Lieder des Studenten Dafnis (alias Holz), der mit sich, dem Liebchen und der Welt höchst zufrieden ist („Ich finde würcklich dihşe Zeit / von ausgesuchter Schmakkbarkeit“) und davon in handfesten, galant-komischen Versen Kunde gibt.

Monumentaler Eigensinn

Die großen Erfindungen unseres Halbzeitalters – das Engagement, die Existenz, die menschliche Situation, um nur die handelsüblicheren zu nennen – haben auch seinen kritischen Methoden zu einem Höhenflug in die Seinsdeutung verholfen, vor dem einem die Lust am Lesen und am Schreiben vergehen kann.

Die alte, neue deutsche Literatur

Kein Zweifel, die deutsche Literaturwissenschaft ist besser als ihr Ruf und schlechter als ihr Ansehen. Zu leicht macht es sich jene Kulturkritik mit weinerlichem Zungenschlag, mit der Sehnsucht nach guten alten Zeiten, die über unseren Bildungsapparat schon deshalb die Nase rümpft, weil er der Gesellschaft nachwächst, weil er sich vergrößert hat.

Photojagd auf Satelliten

Niemand kann genau sagen, wie viele künstliche Satelliten und Satelliten-Bruchstücke gegenwärtig um unseren Globus kreisen. Bei der Mehrzahl der Flugkörper handelt es sich um militärische Objekte, deren Umlaufbahn und Lebensdauer geheimgehalten werden – die Sowjets geben nicht einmal den Start bekannt.

Wenn der Lebensraum knapp wird

Es ist zwar gefährlich, Resultate aus Tierexperimenten auf menschliche Verhältnisse zu übertragen, doch meine Versuche haben mich davon überzeugt, daß der Mangel an Lebensraum und nicht die Nahrungsmittelknappheit letztlich zur Verhinderung eines weiteren Anwachsens der Erdbevölkerung führen wird“, erklärte kürzlich der amerikanische Zoologe Paul G.

Ein Lärm-Inferno droht

Uberschalldonner ruiniert die Gesundheit – Staatsgesetze dürfen sich nicht dem Gesetz des Fortschritts beugen

ZEIT-Berichte aus der Forschung

Ein Transistor läßt sich auch als Mikrophon verwenden. Das demonstrierte Wilhelm Rindner von der Raytheon Company in Boston, Massachusetts.

Film

„Barras heute“ (Bundesrepublik; Verleih: Gloria): „Allein dieser Wunsch (nach geschäftlichem Erfolg) schließt schon von vornherein den Verdacht aus, es könnte sich um einen ‚Werbefilm‘ handeln.

Fernsehen: Vergeblich bemüht

Endlich einmal ist also dem deutschen Film ein Drehbuch von träumerischem Witz und anspielungsreicher Poesie zugedacht gewesen, ein deutscher Text französischen Zuschnitts nämlich, in die Nachbarschaft von Streifen wie Fanfan, la Tulipe“ gehörend.

Theater

Gustav Rudolf Sellner wird dem Sprechtheater nicht untreu. An der Wiener Burg muß er noch einen antiken Tragödienzyklus zu Ende führen.

Die eingeengte Optik unserer Wochenschauen

Daß das Jahr 1962 arm an Ereignissen gewesen sei, die jeden einzelnen angingen, weil sie die Lebensumstände, ja das nackte Leben vieler und vielleicht aller in Frage stellten, wird niemand behaupten.

Uns wird von alledem so dumm...

Es ist mittlerweile guter Bonner Brauch geworden, alle Jahre wieder eine leidenschaftliche Diskussion über den Mittelstandskredit zu entfesseln.

Verjüngungskur am Wohnungsmarkt

Die überaus stattliche, zum Teil freilich mit den sattsam bekannten Preissteigerungen erkaufte Wohnungsbauleistung von jährlich mehr als 500 000 Einheiten hat den bundesdeutschen Wohnungsbestand stark verjüngt.

Serpula Bonna

Der Bonner wirtschaftspolitische Zoo ist durch eine neue Art bereichert worden: ein völlig harmloses Lebewesen, nach außen mit harter Kruste, innen aber sehr empfindlich, die Serpula Bonna, (zu deutsch) der Bonner Röhrenwurm, kann jetzt hinter Glas beobachtet werden.

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