Wirtschaft

Lichtgeschäft im Kostenschatten

Die Aufwendungen für Forschung und Emwicklung wurden im Interesse der weiterai Festigung unserer Stellung auf dem in- und ausländischen Markt im Berichtsjahr wesentlich eihöht.

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DIE ZEIT

Bruch mit Kuba

Viel war da nicht mehr abzubrechen. Die Handelsbeziehungenwaren schon lange auf ein Minimum zusammengeschrumpft (2 Millionen Dollar kubanische Einfuhr gegen 8 Millionen Dollar bundesdeutsche Ausfuhr im Jahr 1962).

Konzil in Ostberlin

Für den VI. Parteitag der SED haben die Ostblockstaaten und die kommunistische Weltbewegung eine Schar prominenter Besucher aufgeboten.

Frage an Bonn

Auf dem Geburtstagstisch des Bundeskanzlers lag am Anfang der letzten Woche ein Telegramm aus Paris. Darin wünschte Staatspräsident de Gaulle dem Freund am Rhein, daß „Sie noch sehr lange das Werk, das Sie für das Wohl Ihres Landes und das Wohl unseres Europas unternommen haben, fortsetzen können“.

Fünf Finger am Drücker?

Es ist dem stellvertretenden amerikanischen Außenminister Ball gelungen, die Bedenken der Bundesregierung gegen das Konzept Washingtons für eine multilaterale NATO-Atommacht zum großen Teil zu zerstreuen.

Mord in Togo

In Afrika reißt die Kette der Staatsstreiche und Anschläge nicht ab: Bombenattentat auf Ghanas Staatschef Kwame Nkrumah – Verschwörung an der Elfenbeinküste gegen die Regierung Felix Houphoult-Boigny aufgedeckt – Senegals Präsident Léopold Senghor läßt den Ministerpräsidenten Mamadou Dia verhaften – in Burundi und in Nigeria Stehen Rebellen und Oppositionelle vor dem Tribunal.

Geduldig, zäh und verschlossen

In Paris ist es leichter, Informationen über den lieben Gott zu erhalten als über die Vorgänge in den Ministerien. Die Diskretion wird an der Seine rigoros gehandhabt, und von keinem so rigoros wie von Verteidigungsminister Pierre Messmer.

Kennedy: Realismus und Selbstvertrauen

Washington, im Januar Die Lage war nie so gut – lapidar und bestimmt sprach Präsident Kennedy es aus. Dieser Satz bildete das Fundament seiner Botschaft über „die Lage der Nation“.

Zeitspiegel

„Wenn man in London einen Kilt trägt, denken die Leute, man sei Schotte. Wenn man ihn in Edinburgh trägt, denken sie, man komme aus den Highlands.

Sündenbock Mewis

Walter Ulbricht hat vor Beginn des VI. SED-Parteitages den Sündenbock für seine verfehlte Wirtschaftspolitik gefunden: Karl Mewis, den Vorsitzenden der staatlichen Plankommission.

Roter Wackelkontakt

Fünfzig Pfennig Eintritt sind zu entrichten. Doch kann man dafür auch an einem Preisausschreiben teilnehmen, dessen erster Preis der Motorroller „Troll 1“ ist.

Rendezvous mit Nikita

„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit...“ – Ulbricht hat den falschen Takt OstberlinerNotizen von Heinz Stuckmann

Was heißt da Bewährung?

Lebenslänglich Zuchthaus hatte der Staatsanwalt beantragt – und vier Jahre Zuchthaus hat das Gericht im Prozeß gegen den Schleswiger Ratsherrn und früheren SS-Sturmbannführer Martin Fellenz verhängt.

Staatsminister taugen nicht für Bonn

Neuerdings taucht jedesmal bei Verhandlungen über die Regierungsbildung der Plan auf, einen neuen Ministertyp zu schaffen. Man spricht von „Staatsministern“, um durch diese Bezeichnung den neuen Typ von dem der Bundesminister zu unterscheiden.

Hinhaltende Politik

Wie zu erwarten war, haben die Vermittlungsgespräche, die Ceylons Ministerpräsident Frau Bandaranaike im Auftrag sechs bündnisfreier Länder im indisch-chinesischen Grenzkonflikt geführt hat, in New Delhi ebensowenig handfeste Ergebnisse erbracht wie die vorangegangenen Verhandlungen der Colombo-Abgesandten in Peking.

Unter widrigen Winden

Senatsdirektor Dr. Heinrich Maas glaubte es besonders geschickt anzufangen: Klugerweise lud er nur die lokale Presse ein, um zu verkünden, daß die Bremer Helgoland-Dienst GmbH dringend staatliche Hilfe benötige, soll sie nicht samt ihrem erst 1960 in Dienst gestellten Seebäderschiff „Bremerhaven“ den widrigen wirtschaftswunderlichen Winden zum Opfer fallen.

Mal weiß, mal gelb

Was dem ahnungslosen Fernsehpublikum am Abend des 8. Januar über den Bildschirm als dokumentarische Life-Sendung vorgesetzt wurde, war eine von akademischen Würdenträgern inszenierte schauspielerische Amateurleistung.

Sind’s Plastikbomben, sind’s Apfelsinen?

Nach einem Prozeß durch drei Instanzen sind Frankfurts Taxifahrer nun genauso schlau wie vorher: Dürfen sie sich weigern, einen Fahrgast zu befördern, wenn er ihnen nicht ganz geheuer ist, oder dürfen sie es nicht? Diese Frage ist trotz rechtskräftiger richterlicher Entscheidung immer noch offen.

1963: Kein Spaß an der Freud’

Auf runde vierzigtausend Mark aus Hamburger Faschingsfreuden wird das Finanzamt der Freien und Hansestadt in diesem Jahr verzichten müssen: Das traditionelle, dreitägige Fest der Hochschule für Bildende Künste, das sogenannte Li-La-Lerchenfeld, findet nicht statt.

Ein „Freispruch“ für Senator Schmidt

Die neun Richter des Hamburgischen Verfassungsgerichts treten nur selten zusammen. Die Sache, über die sie in der vorigen Woche berieten, trug das Aktenzeichen 1/62, die Verhandlung war die erste des hohen Gerichts seit 1958.

Jewgenij Jewtuschenko: Der Hühnergott

Hühnergott, das ist ein Meeressteinchen mit einem kleinen Loch. Die Krim-Tataren sollen geglaubt haben, daß, wenn man durch das Loch einen Faden zieht und das Steinchen an der Hühnerstange aufhängt, die Hühner besser Eier legen.

Der Durchschnitts-Professor

Zu dem Artikel von Walther Killy über den „Durchschnitts-Studenten“ (DIE ZEIT Nr. 2, 1963) gingen bei uns zahlreiche empörte und begeisterte Leserbriefe ein, die wir in der nächsten Ausgabe zum Teil abdrucken werden.

Erinnerungen an Otto Friedrich Regner

Er ist einer von jenen, die man nicht totsagen kann; meine große Traurigkeit hindert mich nicht, daran zu glauben, daß ich ihn irgendwo wiedertreffen werde, vielleicht auf der nächsten Buchmesse, wo mich plötzlich, während irgendeiner Unterhaltung, ein Lachen ablenkt, das schiere Herzlichkeit dröhnt; dann werde ich, um die Ecke schauend, den voluminösen Mann erblicken mit dem mächtigen runden Schädel und der Tonsur von rotem Haar; ich werde auf ihn zulaufen und, wie immer, sagen: Grüß Gott, Herr Regner! Seine Augen werden sich noch ein wenig runder öffnen – die braune Iris rechts, die blaue links – er wird mir die große, doch leichte Hand auf die Schulter legen, und, wie immer, ausrufen: Ja, der Pieter, was treiben’s denn? – sodann von einer Herrlichkeit erzählen, auf die er gestoßen sei und die ihn dermaßen delektiere, daß er seinen Sinn nicht mehr davon abbringen könne.

Zeitmosaik

Daß die internationale Verleger- und Schriftstellergesellschaft, die sich zur Vergabe des Internationalen Literaturpreises (Preisträger: Beckett, Borges, Johnson) und des Prix Formentor seit zwei Jahren jeweils im Mai auf der Insel Mallorca – genauer: auf dem Kap Formentor – versammelt, den spanischen Behörden ein Dorn im Auge ist, wurde schon im vergangenen Jahr klar, als die spanischen Teilnehmer Carlos Barral (vom Verlag Seix-Barral, Barcelona) und sein Lektor Salinas mitten aus den Besprechungen zu Polizeiverhören beordert wurden.

Präsident Eisenhower

Am 20. Januar wird General Eisenhower sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten antreten. Die Ära Truman ist damit zu Ende und mit ihr der erste Abschnitt einer politischen Strategie, die dazu geführt hat, daß den Sowjetrussen und ihrem Expansionsstreben zum erstenmal nach dem Potsdamer Abkommen Halt geboten wurde.

Wolf gang Ebert:: Leiden an München

Es ist immer dasselbe: Meine Frau öffnet beim Frühstück einen Brief und sagt nur: Heinzelmanns! Oder sie kommt vom Telephon und sagt in einem gewissen Tonfall: Otto! – und ich weiß sofort Bescheid.

Intendant gesucht

Der Theaterintendant mit dem großen. Namen spukt in den Köpfen bundesdeutscher Stadtverordneter. Sie sind fast permanent auf der Suche.

Werner Hinz zum Gruß

In einem Hamburger Theateralmanach von 1937/38 findet sich, ein Szenenbild aus der „Tragödie des Menschen“ von Imre Madách. Eva (Ehmi Bessel) schmiegt sich schutzsuchend an Adam (Werner Hinz).

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT elf Zukunfts-Geschichten angelsächsischer Provenienz, unter anderem von Isaac Asimov, Ray Bradbury, Arthur C. Clarke, Robert A.

Nieder mit den Unbeschwingten

„Psalterium profanum“ – Weltliche Gedichte des lateinischen Mittelalters, lateinisch/deutsch, herausgegeben, eingeleitet und übersetzt von Josef Eberle, mit zwölf Holzstichen von Andreas Brylka; Manesse Verlag, Zürich; 600 S.

Kleiner Kunstkalender

KÖLN (Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde): „Kunst aus Thailand.“ Rund 350 Objekte, vorwiegend aus dem National-Museum in Bangkok, werden zum erstenmal in Europa ausgestellt.

Skiland Spanien

Das neue spanische Staatssekretariat für Fremdenverkehr läßt den Dollar rollen – man spricht von „Hunderttausenden von Dollars“ –, um Spanien zum Winterreiseland zu machen.

Auskünfte über Ferienhäuser erteilen in:

Österreich: österreichische Fremdenverkehrswerbung (Frankfurt/M.), Landesfremdenverkehrsamt (Wien), Amt der Burgenländischen Landesregierung (Eisenstadt), Tiroler Landesreisebüro (Innsbruck), Salzburger Landesreisebüro sowie die örtlichen Verkehrsvereine.

Eisbein international

Reise in die Fremde und iß deutsch, oder: Liebe für den deutschen Magen? Das Deutsche Reisebüro hat herausgefunden, daß sich die Zahl der ausländischen Restaurants, die auf ihren Speisekarten deutsche Gerichte anbieten, verdreifacht habe.

Jetzt Ferienwohnungen bestellen

Noch bis zum Februar, so erfuhr der Reisende unter der Hand, will der in Stuttgart etablierte „Landesverkehrsverband Württemberg“ die zweite Auflage eines Taschenbuches herausgeben, das mit Adressen der in diesem Sommer in der Bundesrepublik zur Verfügung stehenden Ferienhäuser gefüllt sein soll.

Vom Palmenstrand in den Schnee

Der Reisende aus dem Norden fühlte seinen Kreislauf eiliger rotieren, den zu kurieren er just nach Marokko geflogen war – im Charter-Luftgefährt für rund 800 Mark.

Schneesicher – wo, wie lange?

Wo wird bis wann mit Schnee zu rechnen sein? In der folgenden tabellarischen Übersieht vermerken wir die wichtigsten Skiplätze; alle Orte aufzuzählen, ist nicht möglich.

Reisespiegel

In Dosen, Flaschen, Tiegeln eingefangen, wandert neuerdings in immer größeren Mengen das flüchtigste der vier Urelemente über Stadt- und Landesgrenzen.

Notizen für Reisende

Wintersport in Frankreich Eine sehr bunt bebilderte Broschüre „Wintersport in Frankreich“ hat das französische Verkehrsministerium veröffentlicht.

Ein neuer „Traum“ in der Touristik

Aus kommerziellem Kalkül, ihren Luxusdampfer „Hanseatic“ nicht in kostspieliger Leerfahrt von der letzten Nordatlantikpassage aus Cuxhaven zur ersten von neun Kreuzfahrten für reiche Amerikaner von Florida aus in die Karibische See zu überführen, hat die Reederei „Hamburg-Atlantik Linie“ eine neue touristische Idee geboren.

Theater

Boulevardtheater mit zwei Häusern ist der jüngste Tip im Unterhaltungsgewerbe. Wie Gerhard Metzner in München seiner „Kleinen Komödie“ ein „Großes Haus“ (im Bayerischen Hof) hinzugefügt hat, so gliederten Anija Gräfin Orlowska und Fred Nolte ihrem „Theater an der Berliner Allee“ jetzt ebenfalls ein „Großes Haus“ an.

Fernsehen: Hasenfuß mit Bomben

Landeseigener Kunstfleiß ist zur Zeit bei der Herstellung des Heldenhaften zurückhaltend, In der Literatur wie im Film verläßt man sich mehr auf Importe, wobei Sachen zu besichtigen sind, die es mit unserem „Sperrfeuer um Deutschland“ gut aufnehmen können.

Film

„Tag der Rache“ (Dänemark; Verleih: Atlas): Ein dänisches Dorf im siebzehnten Jahrhundert. Eine alte Frau wird der Hexerei beschuldigt und verbrannt.

Geräusche als Kunstmittel

Als vor ungefähr sechs Jahren der japanische Film „Rashomon“ hier gezeigt wurde, war das ein Ereignis: Die starren Bilder japanischer Kunst, seit Jahrhunderten nahezu unrevidiert in unserer Vorstellung, bewegten sich plötzlich und waren zu hören.

Lohnpolitik ohne Klamauk

Die Institutionen sind nichts, der Geist ist alles – Die Gewerkschaftsrente in der Bauwirtschaft – Ein Experiment beginnt

Auch die freien Berufe...

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Umsätze der freien Berufe im Jahre 1961. Nur Rechtsanwälte und Notare, Wirtschaftsberater, Ärzte, Tierärzte, Zahnärzte und Architekten werden von der Umsatzsteuer erfaßt; die Umsätze der meisten künstlerisch und publizistisch Tätigen liegen unterhalb der Freigrenze.

Das Gespenst des Überschusses

Seit einem Jahrzehnt hat die britische Regierung jeweils durch leichten Druck auf die monetäre oder fiskalische Klaviatur immer sofort die gewünschte Harmonie zwischen wirtschaftlichen Hilfsquellen und Vollbeschäftigung herstellen können.

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