DIE ZEIT

Minen gegen den feindlichen Bruder

Pakistans stellvertretender Außenminister S. K. Dahlevi trägt in den westeuropäischen Hauptstädten die Bedenken seiner Regierung gegen Indiens Rüstung vor.

Kennedy rüstet zum Gegenangriff

Offiziell hält sich Washington zurück. Die Kennedy-Regierung zieht es vor, zunächst mit Hilfe der Presse indirekt Stellung zu beziehen – und dabei einen Gegenangriff vorzubereiten.

Das wäre das Ende Europas

Als die Großmachtsträume Napoleons gescheitert waren und die Staatsmänner Europas in Wien über die zukünftige territoriale Gestaltung ihres Kontinents berieten, stellte Talleyrand fest: Frankreich hört nun auf, gigantisch zu sein, um sich wieder den historisch herkömmlichen Voraussetzungen seiner natürlichen Größe zuzuwenden.

Verschlechterte Positionen

Die innerdeutschen Verhandlungen, vornehmlich dazu gedacht, der DDR einen 400-Millionen-Kredit gegen freie Fahrt für die Westberliner nach Ostberlin zu gewähren, scheinen wiederum auf dem Nullpunkt angelangt zu sein.

List der Geschichte

Die Begegnung Adenauer–de Gaulle, von besorgten Politikern düster-ahnungsvoll kommentiert, hat zum mindesten einen helleren Aspekt.

Wolfgang Döring

Nun wird man also Wolfgang Döring nie mehr gelassenen und zugleich energischen Schritts über die Gänge des Bundeshauses gehen sehen.

Es war die SS

In der letzten Nummer der ZEIT ist ein Artikel von Rudolf Walter Leonhardt erschienen, in dem es unter anderem hieß, die Massenerschießungen von Juden in Babi Jar seien das Werk russischer Menschen gewesen.

Zeitspiegel

Die Amerikaner sind mit der italienischen und der türkischen Regierung übereingekommen, die veralteten Jupiter-Raketen – 15 in der Türkei, 30 in Italien – abzubauen und durch Polaris-Unterseeboote im Mittelmeer zu ersetzen.

Der Pariser Vertrag

Bundeskanzler Dr. Adenauer und Staatspräsident de Gaulle haben am Dienstag das unter vielen Mühen zustande gebrachte Versöhnungswerk zwischen Frankreich und Deutschland mit einem Vertrag gekrönt.

Labour Party ohne Führer

Es hat sich erwiesen, wie unrecht ich hatte – unrecht mit vielen anderen Zweiflern. Nun können wir sehen, daß die Labour-Partei gewaltsam vor die wahren Probleme unserer Zeit gestellt werden mußte – von einem Führer, der zugleich Distanz wahren und leidenschaftlich empfinden konnte in der Überzeugung, daß sein Sozialismus der richtige war.

Brauner Fleck in der CSU?

Je größer die zeitliche Distanz zum tausendjährigen Reich Adolf Hitlers, desto unbefangener versuchen manche Würdenträger jener Epoche, in der Bundesrepublik die politische Erfolgsleiter emporzuklettern.

Die schwierige Zähmung der Zaunkönige

Die zwanzig Abgesandten der vier sozialdemokritischen Parteibezirke Nordrhein-Westfalens, die sich am Wochenende in Dortmund trafen, konnten sich langwierige Beratungen ersparen.

Nicht selber gehört

Nach dem Artikel „Wenn ein Polizeibeamter sich rechtswidrig verhält...“ („Zeit“ vom 2. 11. 1962) soll der Münchener Amtsgerichtsrat Dr.

Sonntag war’s...

Das Zahnarzt-Ehepaar Dr. S. machte seinen Sonntag-Nachmittag-Spaziergang. Frau Dr. S. schob den Kinderwagen mit Klein-Jürgen durch die Hamburger Hallerstraße; der Herr Doktor trug das Kuchenpaket.

Die Rebellion in Hamburg

Die SPD-Fraktion liegt mit ihrem Senat im Streit – Es geht am die Norddeutsche Wirtschaftsgemeinschaft

Opfer der eigenen Schlauheit

Die Ratsherren der Flensburger CDU sind ihren Kollegen von der Sozialdemokratischen Partei und vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW), der politischen Organisation der dänischen Minderheit im Landesteil Schleswig, ernsthaft böse.

Mit Sturzhelm und Pudelmütze

Der Skiwinter hat zwar gerade erst so richtig begonnen – und der ergiebige Schneefall Ende Dezember und Anfang Januar hat auch in geringen Höhen eine so gründliche Unterlage geschaffen, daß die Skifahrer hoffen können, auch noch im April bis in die Täler abfahren zu können –, aber die großen vorolympischen Kraftproben der Skispringer, Abfahrer und Slalomkünstler liegen doch größtenteils schon hinter uns.

Der Hühnergott

In das Taxi hüpfte ein zwanzigjähriges, verwundert dreinschauendes, ganz schmales und von seiner eigenen Niedlichkeit berauschtes Wesen.

Brief aus dem Rheinland (II)

Deiner Bitte entsprechend, habe ich mich ein wenig mit unserem jüngsten Minister beschäftigt, der mit Rilke den Vornamen gemeinsam hat; und so liegt es am Gegenstand, daß mein Brief heute fast nur Positives enthält, so viel, daß ich fürchten muß, in den Ruf eines Optimisten zu geraten, in ein ganz und gar unmodisches Licht also.

Zeitfragen: Wohin stößt Suhrkamp jetzt vor?

Ihr „Erscheinungsbild“, heißt es, „ist bekannt, konservativ, bewährt: kartoniert (silbergrauer Karton, ,holzfrei extrazäh’), farbige, typographisch gestaltete Umschläge (die Farben der Umschläge folgen dem Sonnenspektrum, sie beginnen bei Blauviolett, und gehen fließend über in Rot, Orange, Gelb, Grün und wieder in Blau); keine Glanzfolie, kein Lack; Reklame findet auf dem Umschlag nicht statt.

Klamauk im technischen Zeitalter

Der Meister sitzt rechts auf der Bühne vor einem Schreibmaschinentisch. Er sieht aus wie O. W. Fischer, hat allerdings einen intelligenten Gesichtsausdruck.

Lehren aus einem Besuch

Mehr als dreitausend Studenten erwarteten ihn in Tübingen. Der Vortragsraum in München konnte die Menschen nicht fassen, die gekommen waren, ihn zu hören.

Antisemitismus als Jux

Was ist eine Parodie? Ein literarischer Spaß – möglicherweise auch ein musikalischer, ein malerischer, ein theatralischer. Substanz der Parodie ist der Zweifel.

Kleiner Kunstkalender

Willem Sandberg, der Leiter des Stedelijk Museums, ein Avantgardist unter den Museumsdirektoren, Initiator zahlloser Ausstellungen in ganz Europa, die Aufsehen, Begeisterung, mitunter auch Skandale hervorgerufen haben, ist zum Jahresende in den Ruhestand getreten.

Wolfgang Ebert:: Der Linienrichter

Um ein guter Testpilot, Taucher oder Dompteur zu sein, dazu muß man schon einigen Mut besitzen. Diesen Mut will ich nicht verkleinern – es sei mir nur gestattet, einen Beruf hinzuzufügen, der allem Anschein nach so viel Mut erfordert, daß man geneigt ist, an japanische Kamikaze-Flieger zu denken.

Wunschdenken?

Der Schriftsteller, sagt man, habe heute nichts mehr zu bestellen, ja, beinahe nichts mehr zu sagen. Wir können die Welt nicht ändern, erzählt ein Autor dem andern, und das Publikum glaubt es.

Mein My-Fair-Lady-Trip

Im Londoner Drury Lane (2200 Plätze) läuft diese „Lady“ schon nahezu fünf Jahre. Kartenbestellungen werden derzeit bis Juni angenommen.

Paris entdeckte Flora

Paul Flora, dem unlängst vom österreichischen Staat der Professorentitel verliehen wurde, sah sich anläßlich einer recht umfangreichen Ausstellung seiner Zeichnungen (an die 60 Blätter) im „Institut Autrichien“ zu Paris im Mittelpunkt der Bewunderung.

Zeitmosaik

Auf dem Umweg über Amerika (Time Magazine) erfahren wir folgende Begebenheit: Der Bildhauer Ernst Neiswestny, bekannt durch seine abstrakten Skulpturen, wurde von Nikita Chruschtschow attackiert.

Rehabilitierung des Privaten

Es gibt, im Jahre 1963, nicht die eine deutsche Sprache. Es gibt viele deutsche Sprachen: die Sprache der Gebildeten, Verbildeten, Ungebildeten – die Sprache der Sprach-Schöpfer und des sogenannten Volks, das bisweilen schöpferisch ist.

Wem die Schäferstunde schlägt

Was es mit diesem Buche auf sich hat, das ist leicht gesagt im Klappentext: Hier findet die Inventur jenes Galanterie-Warenhauses statt, als welches sich die Weltgeschichte einem der Scholle entfremdeten Ochs von Lerchenau präsentiert.

Seifenblasen und nordisches Gemähre

Daß Ich für meinen Teil ihn, Scheerbart, nicht mag, soll und darf weiter keine Rolle spielen; es gehört zur Fülle einer Literatur, daß es derlei bunte Projekteure mit beschränkter Haftung gibt, und der dafür anfällige Leserkreis ist größer, als man meinen wird.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT Kapitel über den Skilauf, Skispringen (und -fliegen), Bobfahren, Rodeln, Eiskunstlauf, Eisschnellauf, Eishockey, -schießen, -segeln; ferner eine kurze Geschichte der verschiedenen Disziplinen, ihre jeweiligen Toni Sailers, die Regeln, Wertungen, Wettbewerbe, Weltrekorde; Tabellen der Deutschen Meister, Weltmeister und Olympiasieger der vergangenen Jahre sowie ein Wintersportlexikon.

Theater

Die Autorin dieser Uraufführung ist bekannt durch ihren Roman „Für dich blüht kein Baum“. Den Stoff erlitt die gebürtige Thüringerin während fünfeinhalb Jahren Haft, nachdem sie als Journalistin von einem sowjetischen Militärtribunal zu fünfundzwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war.

Programm-Umstellungen

Jüngste Ereignisse verstärken den Eindruck: die Programme des Deutschen Fernsehens werden genau für die Leute gemacht, von denen Verantwortungs- und Würdenträger des Deutschen Fernsehens, nach möglicherweise schädlichen Wirkungen des Deutschen Fernsehens befragt, behaupten, diese Fernseher seien die falschen Fernseher und so sei es nicht gemeint.

Film

„Die Tür mit den 7 Schlössern“ (Bundesrepublik; Verleih: Constantin): Die Hersteller dieser Serie lukrativen Grusel-Schwachsinns scheinen nun endgültig in eine Sackgasse geraten zu sein.

Samstag, 19. Januar, das Hörspiel:: Der Bussard über uns

Vier Kinder erleben in quälender Furcht die Schrecken des Bombenkriegs. Eines Tages machen sie die Bekanntschaft Jaschas, eines jungen russischen Kriegsgefangenen, der ihnen in seiner Reinheit und mit seinem Balalaikaspiel die Schrecken nimmt.

Gründgens prägt einen neuen Strindberg-Stil

Auf deutschen Bühnen finden augenblicklich mehrere „Renaissancen“ statt. Sternheim, Wedekind, Pirandello kehren wieder. Ihre Stücke, von denen manche Epoche gemacht haben, werden überprüft.

Hilfe muß nicht Verschwendung sein

Gegenwärtig wird das Thema der Entwicklungshilfe häufig und oft nicht ohne Schärfe diskutiert. Dabei werden immer wieder nicht nur Fragen des Verfahrens, sondern auch der grundsätzlichen Rechtfertigung der Auslandshilfe aufgeworfen und besprochen.

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