Die UN hat im Kampf gegen Katanga die Oberhand behalten. Die Auseinandersetzung begann am 11. Juli 1960, als Präsident Moise Tschombe seine reiche Kupferprovinz aus der Kongo-Republik herauslöste. Sie endete am 22. Januar 1963, als indische UN-Truppen die südkatangesische Bergwerksstadt Kolwezi besetzten, die Tschombe und seinem Kabinett als letzte Festung dienten. Der Sieg der UN bedeutet, daß die große belgische Bergwerksgesellschaft "Union Minière" ihre Zölle und Steuern in Höhe von rund 160 Millionen DM pro Jahr nun an die kongolesische Zentralregierung nach Léopoldville überweisen muß. Das wird die Wirtschaftler Republik ankurbeln.

Jedoch hat der UN-Sieg in Katanga nicht das Kernproblem der Kongo-Krise gelöst: den Aufbau eines kongolesischen Staatswesens. Noch besteht dieser Staat aus über 200 teilweise rivalisierenden Stammesgruppen, die noch kein Nationalgefühl entwickelt haben.

Tschombes Soldaten haben ihre Waffen im Busch versteckt, seine weißen Söldner warten an der Grenze Angolas auf neuen Einsatz. Wenn die Vereinten Nationen demnächst ihre Streitkräfte im Kongo verringern, wird sich zeigen, ob das von der Opposition hart bedrängte, durch Korruption und Mißwirtschaft geschwächte Zentralregime unter Cyrille Adoula soviel Kraft besitzt, um mit dem wiedervereinigten Kongo fertig zu werden.