Von Harry Pross

Ich weiß, welch zähflüssiger Strom die Gesellschaft ist. Mancher Junge nimmt sich vor, dagegen anzurennen. Aber wenn der Strom ihn erfaßt hat, erlahmen seine Kräfte bald, und er läßt sich mit den anderen treiben, einerlei, wohin es geht.

Man sollte die Jugend stärken. Sie ist die Hoffnung. Wie oft geht sie lautlos unter. In mühseliger Erziehung wurde in meinen Schulkameraden Kampfgeist und Selbstvertrauen zerstört. Ich selbst habe mich vollfressen müssen mit unnützem theoretischem Lehrstoff. Die Praxis verkümmerte dabei. Ich wurde oft gedemütigt, und die Direktion erklärte sich immer mit dem dümmsten und ungerechtesten Lehrer einer Sache. Aber ich habe vieles bewahrt.

Schon früh wird die Jugend zerschlagen. Von denen, die mit 14 Jahren Lehrling werden, kann sich kaum einer behaupten. Im Studentenalter ist es meist zu spät, Solange wie möglich sollte man die Jugend diesem dickflüssigen Strom der bürgerlichen Ordnung fernhalten, damit sie groß und stark werden kann.

Ein einziger junger Mensch ist nichts. Man muß deshalb Zusammenrottungen unterstützen. Einen Jungenbund muß man schaffen, wo sich neues Leben entwickeln kann.

Das ist eine Bewegung der Neuen, die bessere Wege gehen als die Alten. Sie müssen lernen, kritisch zu prüfen. Sie dürfen keine Kämpfe scheuen, um die Klarheit ihrer Köpfe zu verteidigen. Sie müssen sich auf große Kämpfe vorbereiten.

So dachte ich vor sechs Jahren, als am Inarisee der feuchte Sturm in unseren Haaren wühlte, und so denke ich heute noch ...