FÜR nicht ganz ahnungslose und nicht zu anspruchsvolle Kunstfreunde; für Ausstellungsbesucher, die manchmal begeistert, manchmal ärgerlich und häufig ratlos vor modernen Bildern stehen–

Herbert Read: "Geschichte der modernen Malerei"; Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München/Zürich; 368 S., 9,80 DM.

ES ENTHÄLT in sieben Kapiteln die Malerei der letzten 75 Jahre, von Cézanne bis Dubuffet und Rothko, von den "Ursprüngen der modernen Kunst" bis zum "Abstrakten Expressionismus". Es behandelt die für die Entwicklung wichtigen Künstler, also beispielsweise nicht die "Primitiven", ebensowenig Utrillo oder Ribera. Es enthält außer dem umfangreichen Text 100 Farbtafeln und 385 einfarbige Abbildungen.

ES GEFÄLLT, weil Sir Herbert Read es geschrieben hat, der Senior der englischen Kunstwissenschaft. Er analysiert mit sympathischer Nüchternheit, vermeidet Schwärmerei, metaphysisches Dunkel und Banalitäten. Er läßt an passender Stelle die Maler selbst ausführlich zu Wort kommen und sieht das Ganze nicht unter dem fragwürdigen "Gesetz des Fortschritts". Dagegen betont er die Kontinuierlichkeit der Malerei, die auch in der Abstraktion "die Welt visuell zu erfassen" versucht. Das Buch gefällt außerdem als gutgemachtes, handliches, billiges Paperback. g. s.