Für unsere Ohren klingt es beinahe wie ein Märchen: Es gibt ein Land, in dem sich das Transportministerium, das Finanzministerium und der zuständige Ausschuß der Regierungspartei auf einen von sieben Wissenschaftlern ausgearbeiteten Vorschlag geeinigt haben und ihn auch mit Hilfe der Banken verwirklichen. Dieses Land liegt weit hinter unserem Horizont: Japan.

Zum Ende des letzten Steuerjahres war dort die langfristige Verschuldung der japanischen Reedereien auf etwa 3,3 Milliarden Mark angewachsen. Die bereits fälligen Tilgungsraten, die von den Reedereien nicht zurückgezahlt werden konnten, waren bis zu 397 Mill. Mark bei Krediten aus öffentlichen Mitteln und auf 526 Mill. Mark bei Krediten der privaten Banken angewachsen. Japan hat eine Handelstonnage von 6 Mill. BRT. Fehlende Devisen zwingen zum weiteren Ausbau, um die Zahlungsbilanz zu verbessern.

Die Wissenschaftler haben nun folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

1. Ein fünfjähriges Zinsmoratorium für alle langfristigen Schiffskredite, die bisher aufgenommen wurden, einschließlich der Kredite für das 17. Schiffsbau-Programm.

2. Die Gewährung von Zinssubventionen, die die Differenz zwischen dem überhöhten japanischen Zinsniveau und dem Weltzinsniveau ausgleichen sollen für das jetzt laufende 18. Schiffsbauprogramm.

3. Ein neues Bauprogramm für 1963/64, das den Bau von 500 000 BRT Handelsschiffstonnage vorsieht.

Entscheidend ist allerdings, daß nur solche Reeder antragsberechtigt sind, die über eine Flotte von einer Million Tonnen Tragfähigkeit verfügen. Die Regierung will die japanische Schiffahrt konzentrieren, um sie wettbewerbsfähig zu machen.

Wie gesagt, Japan liegt weit unter unserem Horizont und außerdem weiß jedermann, daß wir noch nicht bei dem 18. Schiffsbau- oder Hilfsprogramm sind. C. B.