Karl V.: „Wenn ich mich im Gebet an Gott wende, dann auf Spanisch; mit meiner Geliebten spreche ich italienisch, mit meinen Freunden französisch; mit meinen Pferden spreche ich deutsch.“

Friedrich der Große: „Das Deutsche ist ein barbarischer Jargon, gerade noch geeignet, um mit seinen Pferden zu sprechen“ (cree pour parier à ses bêtes).

Voltaire (in einem Brief aus Potsdam): „Hier spricht man nur unsere Sprache. Das Deutsche ist bloß für Soldaten und Pferde.“

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Daß der Alte Fritz den Ausspruch Karls V. nicht vollständig übernahm, lag wohl daran, daß er weder betete noch eine Geliebte besaß. Insoweit blieb er ehrlich, als er dem spanischen Habsburger das Bonmot stahl. Voltaire hingegen fügte den Pferden die Soldaten hinzu: ein Beispiel für die Kunst, schöpferisch zu plagiieren.

Doch höher als den Voltaire schätze ich in dieser Hinsicht unseren Unteroffizier ein, der zwischen den Pferden und den Soldaten trotz ihrer gemeinsamen Deutsch-Kenntnisse noch feinsinnig zu differenzieren wußte: „Sie dachten? Überlassen Sie das Denken den Pferden: die haben dickere Köppe!“ J. M.-M.