Schon eine Woche nach der EFTA-Ministertagung in Genf waren am 25. und 26. Februar die EWG-Minister an der Reihe: auch sie mußten nun demonstrieren, wie es weitergehen soll. Aber es ging nicht gut. An zwei Punkten der Tagesordnung hakte der Widerwille gegen Frankreichs England-Nein fest. Es zeigt sich sehr schnell, wie leicht der Geist einer Gemeinschaft sich verflüchtigen kann, wenn die Partner an der gegenseitigen loyalen Haltung irre geworden sind.

So wurde einmal – gegen französischen Widerstand – beschlossen, den Bericht über die England-Kontakte für die nächste Ministerkonferenz auszuarbeiten, zum andern konnte man für die Unterzeichnung des Assoziationsabkommens mit 18 afrikanischen Staaten (zumeist ehemaligen Kolonien Frankreichs) keinen Termin finden. Auch dies eine Schlappe für de Gaulle. Sein Außenminister Couve de Murville sträubte sich – wohl mit recht – gegen diese Art Vergeltung, weil sie die Falschen treffe, nämlich die neuen afrikanischen Länder, denen an einer Kooperation mit Europa gelegen ist und die wir keinesfalls zum EWG-Zankapfel machen sollten.

Schnell und nur zu deutlich hat sich die Befürchtung bewahrheitet, die nach dem Brüsseler Fiasko mit England laut wurde: Es werden nun die Fünf, die für Britanniens Eintritt waren, alles tun, um zunächst einmal das EWG-Tempo in den freiwilligen, vertraglich nicht festgelegten Integrationsleistungen zu bremsen. Sie hoffen nicht, damit etwa Frankreich „weich zu machen“, sondern sie wollen erreichen, daß die Anschlußbedingungen für Großbritannien noch eine Weile auf dem Stand vom 29. Januar bleiben. Diese ganze Entwicklung kann niemanden in Europa froh werden lassen. Rle.