Zwischen dem wirtschaftlichen Wachstum und der Expansion des Kreditgeschäfts besteht eine auffallende Parallelität: Sobald Produktion und Investitionen langsamer wachsen, vermindert sich zwangsläufig auch der Kreditbedarf. Ein aufschlußreiches Beispiel bieten hierfür die kurzfristigen Kredite der 480 der Deutschen Bundesbank halbmonatlich berichtenden Kreditinstitute, die 1962 nur noch um 1,4 Mrd. DM zunahmen, während im vorangegangenen Jahr, das fast durchweg im Zeichen einer überhitzten Konjunktur stand, die Steigerung fast 4 Mrd. DM erreicht hatte.

Daß die verringerte Nachfrage nach kurzfristigen Krediten, die wohl nur zu einem kleinen Teil durch erhöhte mittel- und langfristige Ausleihungen „kompensiert“ wurde, für die Ertragslage der Banken nicht unbedingt vorteilhaft ist, steht außer. Zweifel, Die Debitoren sind nun einmal die Stütze der Erfolgsrechnung. Was hier nicht verdient wird, läßt sich schwerlich durch ein Ausweichen auf andere, weniger rentable Anlagen wettmachen. Und gerade dies gab dem Bankenjahr 1962 offensichtlich weit mehr als sonst das Gepräge – wenigstens bei den 480 halbmonatlich berichtenden Instituten. Die neugewonnenen Einlagen dieser Kreditinstitute waren nämlich mit 8,2 Mrd. DM immerhin um rund 500 Mill. DM höher als im Jahr zuvor. Bemerkenswert (wenn auch nicht überraschend) ist dabei, daß die Sicht- und die Termingelder von Wirtschaftsunternehmen und Privaten an diesem Zuwachs nicht beteiligt waren. Diese Quelle steuerte 1962 auf Grund der angespannteren Liquidität innerhalb der Wirtschaft mit 2,5 Mrd. DM fast 200 Mill. DM weniger bei als 1961.

Entscheidend beeinflußt wurde der Einlagenzustrom vielmehr durch die Spareinlagen, deren Zuwachs mit 4,7 Mrd. DM das Vorjahresergebnis um eine Milliarde übertraf. Starken Anteil hatte daran namentlich die zweite Dezemberhälfte, die infolge der immer mehr zu Buche schlagenden Zinsgutschriften (und wohl auch auf Grund einer stärkeren Ausnutzung des Sparprämiengesetzes) allein einen Zugang von 1,3 Mrd. DM brachte. Innerhalb der Gesamteinlagen hat sich das Gewicht der Spareinlagen damit weiter erhöht: von dem zum Jahresende bei den 480 Kreditinstituten unterhaltenen Gesamteinlagen entfielen bereits 47 % auf Spargelder gegenüber 45 % Ende 1961. Sie stellen jetzt somit annähernd die Hälfte der Refinanzierungsmittel. er