Wie das ist, wieder in Deutschland zu sein?“ sagte mein Freund, der lange Jahre in der korrupten fernöstlichen Dschungeldiktatur Vietbotschan zugebracht hatte, „also ich sage nur: wunderbar!“

„Weißt du, wenn man wie ich in jeder Hinsicht buchstäblich im Dschungel gelebt hat, dann tut es richtig wohl, wieder in einem Land zu sein, wo alles klappt, wo alles stimmt, wo Ordnung und Recht herrschen und man nicht dauernd befürchten muß, daß...“

„Moment mal, lieber Freund“, sagte ich, um seinen Enthusiasmus etwas zu dämpfen, „du bist sehr lange nicht hier gewesen...“

„Was willst du damit sagen?“ meinte er, fast etwas störrisch. „Ich will dir nur ein paar Enttäuschungen ersparen – zum Beispiel die, daß bei uns alles klappt...“

„Na hör mal! Wenn ich zum Beispiel an die Bundesbahn denke .. !“

„An die denke ich auch gerade“, sagte ich, „stell dir vor: Vor Weihnachten, als es so kalt wurde, steht ein Freund mit einem Schlafwagenbillett 1. Klasse auf dem Kölner Hauptbahnhof, um nach München zu fahren. Als der Zug einläuft, wird ‚sein‘ Wagen kurzerhand abgehängt, und ein Bundesbahnbeamter ruft dem verdutzt Wartenden ungefragt den Satz: „Sie haben keinen Ersatzanspruch!“ zu und verschwindet.

„Das glaube ich nicht“, sagte mein Freund aus dem Dschungel. „Na, dann hat es auch keinen Zweck, dir zu erzählen, was zwei Freunde vom Kölner Fernsehen vorgestern bei der Einfahrt in den Münchner Hauptbahnhof erlebt haben ...“