Dienst am Nichtraucher

Die Ärzte haben Sorgen mit den Rauchern, die Bundesbahn hat Kummer mit den Nichtrauchern. Die Ärzte sagen, es rauchen immer mehr Leute immer mehr Zigaretten, die Bundesbahn hat bemerkt, das immer weniger Leute rauchen, genauer: daß in ihren Zügen die Zahl der nicht rauchenden Reisenden immer mehr wachse. Die Statistik als Schiedsrichterin versagt in diesem Fall. Traute man ihr, dann hätten die Ärzte recht, denn 1957 fanden 56 Millionen Zigaretten ihre Käufer, 1961 aber waren es schon mehr als 78 Millionen. Vielleicht werden die Automobilfabrikanten den Slogan benutzen: Raucher sind kaufkräftig, sie können sich ein Auto leisten: und die Bundesbahn kann kontern: Fahrt mit der Eisenbahn, es ist gesünder. Bundesminister Seebohm hat jedenfalls angekündigt, daß man die Nichtraucher respektieren und mehr Abteile für sie reservieren werde.

Fremdenförster

Bisher wurde die Fremdenverkehrsrechnung ohne den Förster gemacht; der Klagen ist kein Ende, daß Städter und Fremde in Forstfreveleien nicht gerade zimperlich sind. Weggeworfene Konservenbüchsen und vergessenes Stullenpapier gehören dabei noch zu den harmlosen Sünden. Das alles soll anders werden. Hannoversch-Münden – „Waldstadt an drei Flüssen“ – will den Wanderern unter seinen Gästen die Wälder rundum erschließen, „ohne den forstlichen Belangen zu schaden“. Die Stadt gewann die Förster für sich. Bisher stehen für Waldführungen und „Aufklärungen“ der Stadtforstmeister und seine Kollegen, einige Revierförster und der Stadtgartenmeister bereit.

Pauschal in die Steinzeit

Auch die letzten entlegenen Stellen auf der Erde werden für die Reisenden „erschlossen“, selbst die „grüne Hölle“ am Amazonas. Etwa zwanzig Fachleute des Deutschen Reisebüros (DER) werden sich auf den Weg nach Südamerika machen, um „weite Teile des Amazonasgebietes für den modernen Tourismus zu studieren“, Sie werden auch Eingeborenenstämme besuchen, die „noch heute mit Pfeil und Bogen jagen“. Die Ureinwohner hätten sich gegen ein entsprechendes Entgelt bereit erklärt, „weiße Jäger“ in ihrer Jagdkunst zu unterweisen – und das, obwohl sie, wie bemerkt wird, „praktisch noch in der Steinzeit leben“. Das DER vermutet, daß seine Reiseneuheit vermutlich „die allerletzte Neuheit“ sein werde.