Der Prozeß-Termin gegen die „Knappen“ wurde verschoben

Gelsenkirchen. In den Vasen und auf den Tischen staken weiß-blaue Fähnchen, und das Rednerpult erklommen nacheinander erregte Herren, die zornroten Angesichtes auf das Vertragsspielerstatut des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wetterten.

Zwischendurch begaben sich dann alle 158 Anwesenden einmal hinaus, um in die bereitgehaltenen Fernsehmikrophone das Lied von den weißblauen Vereinsfarben zu singen. Unmutig geschwenkte Fähnchen unterstrichen diese akustische Demonstration auch optisch fürs Fernsehpublikum.

Alsdann fanden sich die Demonstranten wieder im Saal ein und billigten einhellig eine bereitgehaltene Resolution, deren 26 Schreibmaschinenzeilen beinhalteten, der FC Schalke 04 sei ganz und gar schuldlos, schwere Vorwürfe seien hingegen dem Vertragsspielerstatut zu machen, und die der Untreue und Steuerhinterziehung bezichtigten Vorstandsmitglieder könnten unvermindert auf das Vertrauen der Mitglieder rechnen.

Ein eigens aus Freiburg herbeigeeilter glühender Anhänger des siebenfachen Deutschen Fußballmeisters wurde spontan für die Strapazen seiner Reise mit der Vereinsnadel dekoriert. Er bedankte sich dafür mit einer umfänglichen Ansprache, deren markantester Bestandteil die fortissimo vorgetragene Versicherung war, Schalke. 04 trage das Banner Deutschlands. Damit endete die Protestversammlung.

Wo sind die 130 Mille?

Seit das Häuflein der 158 Aufrechten an jenem Sommerabend auseinanderstrebte, ist geraume Zeit ins Land gegangen, und die Beteiligten an der Schalker Steueraffäre haben sich bislang klüglich weiter so verhalten wie bisher: still.