Wenn eine Sparcasse sich noch mit c schreibt, muß sie alt sein, mag sie sich auch „neu“ nennen. Tatsächlich heißt die 99 Jahre alte Neue Sparcasse von 1864 in Hamburg nur deshalb so, weil sie sich sozusagen aus der noch älteren „Hamburger Sparcasse von 1827“ entwickelt hat und von ihr unterscheiden wollte.

Ein Jahr vor ihrem hundertjährigen Jubiläum hat die „Neuspar“, die zu den 13 „freien“ Sparkassen im Bundesgebiet zählt, einen Rekord zu verzeichnen: Die Bilanzsumme wuchs um 12 % und damit über die Milliardengrenze (1,023) hinaus, nachdem die Zunahme im Vorjahr 10,3 % betragen hatte. Die Spareinlagen kletterten etwas kräftiger in die Höhe, und zwar um fast 13 % oder 87,5 Mill. DM auf 763 Mill. DM. Allerdings trugen allein die Zinsgutschriften in Höhe von rund 24 Mill. DM zu diesem Ergebnis bei, das unter dem durchschnittlichen Spareinlagenzuwachs im Bundesgebiet liegt; Warum, läßt sich nicht einwandfrei feststellen. Möglicherweise haben die cleveren Hansestädter bei einem relativ niedrigen Sparzins anderen Sparformen den Vorzug gegeben. Für diese These spricht auch die Tatsache, daß allein, prämienbegünstigte Sparverträge über rund 30 Mill. DM abgeschlossen wurden, mithin das Kontensparen dann als reizvoll betrachtet wird, wenn ein hoher Gesamtzins gewährt wird.

Die Mittel legte die Kasse vor allem wieder im langfristigen Geschäft an, das um rund 66 Mill. auf 456 Mill. DM ausgeweitet wurde. Der Bestand an Debitoren blieb hingegen nahezu unverändert (121 Mill.), hat sich allerdings nach Angaben des Vorstandes einmal echt umgeschlagen, während die Wechselkredite weiter auf 12,2 Mill. DM zurückgingen und die Einlagen bei Kreditinstituten um 31 auf 141 Mill. DM erhöht wurden. Hier wirken sich einmal die Tendenz zur langfristigen Kreditgewährung und die Konkurrenz der in diesem Geschäft besonders aktiven Kreditbanken im Hamburger Raum aus.

Der Gesamtgewinn erhöhte sich trotz um 12 % gestiegenen Personalaufwands für 956 Mitarbeiter um 0,5 Mill. auf 8,5 Mill. DM. Dazu haben insbesondere die Geschäftsausweitung sowie erhöhte Kursgewinne beigetragen.

Der siebzehnte Teil des Gewinns wird für gemeinnützige Zwecke, den Bau eines Altersheimes, zur Verfügung gestellt. Die verbleibenden 8 Mill. DM werden der Rücklage zugeführt, die nun 58 Mill. DM beträgt und mit 5,7 % der Bilanzsumme eine für Sparkassen außergewöhnliche Höhe erreicht hat. W. W.