Von Werner Ross

Als ich durch die Thomas-Mann-Ausstellung ging, die in Rom im Palazzo dell’Esposi-.zione eingerichtet war, durfte ich mich wundern, wie schnell die italienischen Verleger gespürt hatten, daß hier eine Wunderpflanze für sie wuchs. Lavinia Mazzuchetti, klug, nüchtern und liebevoll, war die Übersetzerin der Werke und die Freundin des Hauses Mann. Im Handumdrehen (soweit Thomas Manns Deutsch Flinkheit erlaubt) wurden die Werke übersetzt, die Romane nicht nur, sondern auch die Essays, und nun gibt es Prachtausgaben und Schulausgaben davon. Aber diese tüchtigen Verleger mit den guten Nasen, Feltrinelli – der Pasternaks Schiwago aus Rußland entführte –, Mondadori, Einaudi, Longanesi ruhen auf den Lorbeeren weltliterarischer Entdeckungen nicht aus, und so kann man, wenn man will, auch die „Blechtrommel“ oder die „Mutmaßungen über Jakob“ auf italienisch lesen. Sicher gibt es in Italien sehr viel weniger Bücherleser als in Deutschland, aber wer liest, ist gewitzt, und vif sind die Verleger.

Darum bin ich etwas betreten, da ich nun über Italienisches auf dem deutschen Büchermarkt berichten soll. Ich zähle auf –

Italo Svevo: „Ein Leben“, Roman; Rowohlt Verlag, Reinbek; 390 S., 19,80 DM

Ignazio Silone: „Fontamara“, Roman; Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln; 215 S., 14,80 DM

Vasco Pratolini: „Chronik armer Liebesleute“, Roman; Paul List Verlag, München; 448 S., 16,80 DM

Curzio Malaparte: „Verflixte Italiener“; Stahlberg Verlag, Karlsruhe; 208 S., 16,80 DM