Rheinische Lebensfreude und Sparsinn schließen einander nicht aus. Diese Feststellung nach dem Karneval zu treffen, mag kühn und nicht zeitgemäß erscheinen. Dennoch hat sie ihre Berechtigung, wenn man den Geschäftsbericht der Sparkasse der Stadt Köln studiert. Denn die Spareinlagen des Institutes mit seinen 60 Zweigstellen in der Rheinmetropole sind kräftig um 13,7% auf 840 Mill. DM gestiegen und auf den 571 000 Sparbüchern steht mit einem durchschnittlichen Guthaben von 1482 DM je Buch eine um 175 DM höhere Sparsumme als bei der Hamburger Sparcasse von 1864. Während sich die Bilanzsumme des Kölner Institutes um 11,5% auf 1,44 Mrd. DM ausweitete, wuchsen die Sicht- und befristeten Einlagen nach der hektischen Zunahme im Vorjahr (35 %) zwar langsamer, nämlich um 8,5 %; sie sind aber, was für Sparkassen durchaus ungewöhnlich ist, mit 455 Mill. DM mehr als halb so hoch wie die Spareinlagen. Hier schlagen sich insbesondere die Zahlungssitten und die Liquiditätsvorstellungen der großstädtischen Kundschaft aus Handel, Handwerk, Mittelstand und der Masseneinkommensbezieher nieder.

Im Aktivgeschäft stiegen vor allem die kurz- und mittelfristigen Kredite, insbesondere die Debitoren, um 27% auf 144 Mill. DM. Das zunehmende Gewicht der langfristigen Kredite fand allerdings nur deshalb in der Bilanz noch keinen Niederschlag, weil die Auszahlungen nicht unbeträchtlich später als die Kreditbewilligungen erfolgen. Von den 563 Mill. DM langfristiger Ausleihungen entfielen zum Bilanzstichtag 305 Mill. auf Hypothekendarlehen, 100 Mill. auf Darlehen gegen Kommunaldeckung und 158 Mill. DM auf sonstige Darlehen.

Tendenzmäßig läßt sich hier bei weiterem Wachstum der Hypothekendarlehen eine Stagnation der Kommunaldarlehen feststellen.

Die neuen Investitionskredite der Sparkasse, die Mitte 1962 durch die Absprache mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie über die Kreditversorgung der mittelständischen Industrie Aufsehen erregten, sind nur zum Teil bilanzwirksam, weil sie sich schnell umschlagen, also aus Tilgungsrückflüssen finanziert werden. Sie stiegen im Verlauf des Geschäftsjahres um 15 auf 78 Mill. DM.

Der Gesamtgewinn der Sparkasse war trotz