Von Alfred Michaelis (New York)

Aus der Überfülle der Werbung erklärt es sich, daß das latente Bedürfnis des Konsumenten nach sachlicher Informierung und Beratung zuerst in den Vereinigten Staaten erkannt worden ist. Von hier aus haben sich die Methoden, welche die amerikanische Konsumentenberatung in dreißigjähriger Praxis entwickelt hat, über die Welt ausgebreitet.

Es mag bezeichnend sein, daß an der Spitze der führenden amerikanischen Konsumentenberatungsorganisationen ein Professor der Nationalökonomie steht. Die amerikanische Wirtschaftswissenschaft nimmt den Konsumenten sehr ernst, da sie von der Grundauffassung ausgeht, daß das gesamte Wirtschaftsleben letzten Endes durch die Art und Weise dirigiert wird, in der der Konsument seinen Dollar ausgibt. Die im International Office of Consumer Unions im Haag zusammengeschlossenen Verbraucherorganisationen blicken auf das amerikanische Beispiel, dem sie in den Grundprinzipien folgen, wenn die besonderen Verhältnisse der verschiedenen Länder auch Abweichungen bedingen.

Der Weg zum Erfolg war auch für die amerikanische Konsumentenberatung lang und schwer. Die ersten Ansätze gehen auf das Jahr 1929 zurück, in dem die Consumer’s Research Organisation gegründet wurde, die ein Bulletin über die Ergebnisse ihrer Teste herausgibt. Die zweite derartige Organisation wurde 1935 unter dem Namen Consumer’s Union ins Leben gerufen, die die Consumers Reports veröffentlicht.

Beide Organisationen bestehen noch heute, jedoch hat sich die Consumer’s Union mit ihrer Publikation am stärksten durchgesetzt und gilt als Repräsentantin der amerikanischen Konsumentenbewegung. Beide Gründungen beruhen auf der Initiative eines kleinen Personenkreises. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Publikation bilden die finanzielle Basis, aus der die Kosten der Testlaboratorien, der zu Testzwecken gekauften Gegenstände, des Büroapparates und die Herstellungs- und Vertriebskosten der, Publikation selbst gedeckt werden müssen. Der Konsument finanziert also seine Beratung selbst.

Der große Aufschwung