Axel Eggebrecht zeichnete auf Grund authentischen Materials den Leidensweg des deutschen Schriftstellers Carl von Ossietzky unter Hitler und die Vorgänge um die Verleihung des Friedensnobelpreises an diesen tapferen Katholiken und Pazifisten.

Kurze Szenen zeigen: Reichstagsbrand, Verschleppung, „Umerziehung des Staatsfeindes in der Schutzhaft“, endlose Quälereien in einem Moor-KZ, Bemühungen der Weltöffentlichkeit um die Kandidatur von Ossietzkys für den Nobelpreis, Knut Hamsuns beschämende Verblendung. Die Partei sah sich endlich genötigt, von Ossietzky zur Ablehnung der Kandidatur zu bewegen. Er aber widerstand.

Immerhin waren die Schinder nun gezwungen, den fast zu Tode Gequälten aus der Haft zu entlassen. In Abwesenheit des Schriftstellers wurde der Preis verliehen. Da die Nazis die Aushändigung des Geldes nicht zuließen – sie wurde als „Provokation des deutschen Volkes“ ausgelegt –, finanzierten die Quäker den Krankenhausaufenthalt. Am 8. Mai 1938 hatte die Qual ein Ende. Carl von Ossietzky starb – ständig bewacht – an Tuberkulose.

Es konnte sich kein Kammerspiel mit suggestiver Atmosphäre ergeben. Der Wunsch, die vielen Ereignisse zumindest anzudeuten, führte zu einer Folge mehr flächiger als plastischer Bilder.

Die Darsteller nutzten unter Fritz Schröder-Jahns Regie geschickt die Möglichkeiten des Textes. H. K.