Filmtitel mit Südseeschaum oder letzte Kreation der Geschmeidekunst? Die „schwarze Perle“ ist mehr. Sie ist fast einmalig – schon wegen des Bibelwortes. Denn was sind schon 500 ihrer Art, verteilt über die deutschen Lande, über die europäischen, über die atlantischen? Und dann: mit jedem Tag wird sie begehrter, Liebhaber – wie im persönlich signierten Werbebrief ausdrücklich bemerkt wird – werden sich um sie reißen und jeden Preis für sie auf den Tisch blättern. In dem Brief aus München steht’s, der Verlag für Moderne Industrie versichert’s und legt sie dem Adressaten ans Herz. Die Perle. In Schweinsleder gebunden ist sie, goldgeprägt, handsigniert, sonderausgestattet und geschenkmäßig versehen. 350 Mark kostet das schöne Stück, und viel Beiwerk schmückt es: Große Photos der Herren; Wieland Wagner und Sawallisch, Geleitworte des ersten, ein Aufsatz des zweiten, Vierfarbendrucke verstehen sich von selbst. Irgendwo im Brief von München steht’s dann auch, man hätte es fast übersehen. Es handelt sich bei der schwarzen Perle um den Fliegenden Holländer, auf Schallplatten aufgenommen während der Bayreuther Festspiele 1961. Dreihundertfünfzig Mark und diese Ausstattung – wer denkt da noch an das bißchen Musik. HvK