Es ist ihr Handwerk, hinabzusteigen in die Arena und ihr Ave zu sagen – ob sie wollen oder nicht. Und wären sie die liebenswürdigsten Menschen – sie können gar nicht nur Freunde haben.

Wir wollen uns nicht darauf verlassen, daß es nur der Mime ist, dem die Nachwelt keine Kränze flicht: Wir wollen geizen mit der Gegenwart und diesen summarischen Gruß schreiben.

Wer von der deutschen Literaturkritik nicht gering denkt, der zählt wohl zwanzig Kritiker der Bundesrepublik, die „zählen“; es fielen ihm dann noch vier Schweizer ein und drei Österreicher und Hans Mayer.

Daß von den zwanzig bundesdeutschen Kritikern im gleichen Jahre fünf ein Jubiläum feiern – das ist eine Glückwunschglosse wert.

Kritiker lieben auch einander nicht immer so, wie sie sollten. Und wenn sie’s gar nicht mögen, daß sie hier zusammenstehen, dann hätten sie sich ein anderes Geburtsjahr aussuchen sollen.

Datumsgerecht kommen die guten Wünsche für den Benjamin unter ihnen: Walter Jens, Inhaber des fortschrittlichsten deutschen Lehrstuhls (eines Extraordinariats für Rhetorik in Tübingen), einer der ersten Nachkriegsromanciers von Rang und hoch geschätzter ZEIT-Kritiker, wird am 8. März 40 Jahre alt.

Im gleichen Jahre 1963 erreichen ihr 50. Lebensjahr: Curt Caspar Hohoff (am 18. März), literarisch für den „Rheinischen Merkur“ wie für die „Süddeutsche Zeitung“ tätig, Erzähler auch er und Kleist-Biograph; sein Kollege in Kleist, ZEIT-Lesern noch ebenso bekannt wie Lesern der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Günter Blöcker (am 13. Mai); und der große Essayist, dem ein Schiff-Bruch so viel zu schaffen machte, bis er im Geiste Goethes fern von unserem Kontinent, dem alten, wirken durfte: Hans-Egon Holthusen (am 15. April).