Mars – eine wasserlose Wüste

Die Theorie, daß auf dem Mars Kanäle existieren, die von intelligenten Lebewesen geschaffen worden seien, dürfte nun endgültig widerlegt sein. Amerikanischen Astronomen ist es gelungen, mit einem Doppelballon ein drei Tonnen schweres Teleskop 24 Kilometer hoch in den Weltraum zu bringen. Das Instrument wurde vom Boden aus bedient. In der Marsatmosphäre wurden dabei nur winzige Spuren von Wasserdampf festgestellt; der Mars ist eine wasserlose Wüste. Lebensmöglichkeiten auf dem Planeten, so meinen die Wissenschaftler vorsichtig, könnten jedoch nicht grundsätzlich ganz ausgeschlossen werden.

Die genaue Beobachtung der Marsatmosphäre von der Erde aus ist unmöglich, da die Erdatmosphäre die Resultate verfälscht. Der Ballon-Versuch ist das erste Experiment nach 16 mehr oder weniger gescheiterten Versuchen, ein genügend starkes Teleskop hoch genug zu bringen.

Druckknopf-Telephon

In einigen Jahren wird die Wählscheibe am Telephon veraltet sein. Die Western Electric Company hat ein Druckknopf-System entwickelt, das jetzt nach zweijährigen Tests als verkaufsreif deklariert wurde. Das neue Telephon-Modell hat drei Reihen mit Knöpfen (mit den Zahlen 1 bis 9) und einem O-Knopf unter der untersten Reihe. Das neue Modell, so behaupten die Erfinder, sei bequemer und spare Zeit. Bei Western Electrics schätzt man, daß sich das Druckknopf-Telephon innerhalb von zehn Jahren durchgesetzt haben wird.

Mit den Fingern sehen

Die 22jährige Rosa Kuleschowa aus Nishnij Tagil in Sibirien hat, wenn man Berichten aus Moskau glauben darf, vor einem wissenschaftlichen Gremium eine seltsame Fähigkeit demonstriert: Sie kann mit den Fingern lesen. Sie erfaßt Farben und Umrisse auf Fotos, indem sie mit den Fingern über das Papier streicht; ja sie ist sogar in der Lage, auf diese Weise einen gedruckten Text zu lesen. Diese Fähigkeit ist nicht mit einem besonders fein entwickelten Tastsinn zu erklären. Auch wenn eine Glasplatte die Farben und Buchstaben bedeckte, konnte Rosa Kuleschowa sie erkennen. Die sowjetischen Wissenschaftler glauben, daß die Fingerspitzen des Mädchens nicht nur auf gewöhnliche Reize (Hitze, Kälte, Druck), sondern auch auf Licht reagieren. Diese Funktionserweiterung der Fingerspitzen wird, so meinen die Wissenschaftler, erst durch eine besondere Flexibilität des Zentralnervensystems möglich, das diese Reize verwertet. Daß das Zentralnervensystem eine entscheidende Rolle spielt, werde daran deutlich, daß Rosa Kuleschowa auch mit der Fußspitze und mit der Zunge Farben unterscheiden könne. Die Kommentare im Westen sind skeptisch. Die sowjetischen Wissenschaftler indes fragen sich bereits, ob nicht auch andere Menschen das Lesen mit den Fingern lernen können.