Geestemünder Bank, Bremerhaven, hat an der Börse schon mehrfach von sich reden gemacht. Bemerkenswert ist ihr Einfallsreichtum bei der Verteilung der Gewinne, die unabhängig von sogenannten „übergeordneten“ Gesichtspunkten vorgenommen wird. Bei der Geestemünder Bank kann der Aktionär das Gefühl haben, daß seine Interessen nicht an letzter Stelle stehen.

Diese aus dem Rahmen fallende Geschäftspolitik ist allerdings nur denkbar, weil das Institut lediglich regionale Bedeutung hat und nicht im Scheinwerferlicht der breiten Öffentlichkeit liegt. Wie sollte es bei einem Grundkapital von 2 Mill. und bei Rücklagen, von 3 Mill. auch anders sein?

Der Hauptversammlung am 22. März wird vorgeschlagen, das Grundkapital um 0,5 auf 2,5 Mill. DM zu erhöhen. Von den jungen Aktien werden 0,4 Mill. den Aktionären im Verhältnis 4:1 angeboten. 0,1 stehen zur Verfügung der Verwaltung, bilden also Verwertungsaktien. Die Mittel zum Bezug der jungen Aktien stellt die Gesellschaft ihren Aktionären aus dem Jahresgewinn zur Verfügung, was praktisch einer Dividende von 20 % entspricht. Bei dieser Prozedur handelt es sich um keine Berichtigungsaktien. Ihre Ausgabe würde voraussetzen, daß die Bank zunächst versteuerte Rücklagen bildet und diese dann in Aktienkapital umwandelt. Hier aber wird die steuerliche Last den Aktionären. „aufgebürdet“; die Bank selbst nimmt den ermäßigten Steuersatz für ausgeschüttete Gewinne in Anspruch.

Welche Lösung für den Aktionär vorteilhafter ist, muß von Fall zu Fall entschieden werden. Zahlreiche Kleinaktionäre brauchen auf ihre Kapitalerträge keine Steuern zu zahlen; ähnlich geht es jenen buchführenden Aktionären, die mit Verlust bilanzieren. Und solche wird es im Wirkungsbereich der Bank, wenn wir an die Branchen Fischerei und Schiffahrt denken, sicherlich auch geben. -ndt