Für unsere Außenpolitik ist der 7. März zu einem wichtigen Datum geworden. An diesem Tag wurde der erste langfristige Handelsvertrag zwischen Polen und der Bundesrepublik unterzeichnet und die Einwilligung Polens zur Errichtung einer Handelsmission in Warschau erteilt.

Also achtzehn Jahre nach Kriegsende die ersten offiziellen Kontakte, die nun hoffentlich auch einen regen kulturellen Austausch und verstärkte menschliche Beziehungen ermöglichen werden. Schade, hätte sich Bonn früher zu diesem Schritt entschlossen, wäre man nicht in die sehr großen Synchronisierungs-Schwierigkeiten mit der EWG geraten. Aber man muß froh sein, daß es nun endlich soweit ist. Dank gebührt dabei vor allem Berthold Beitz, der die ersten Sondierungen vornahm und ohne den – das ist gewiß nicht zuviel gesagt – die beiden so „kontaktscheuen“ Nachbarn sich wahrscheinlich noch immer nicht an einem Tisch zusammengefunden hätten.

Begründete Hoffnung besteht, daß dieses Beispiel in Osteuropa Schule machen wird. Man glaubt, daß Ungarn und Jugoslawien die nächsten Vertragspartner sein werden. Und da zwischen uns und ihnen keine Grenzfrage steht, könnte man sogar hoffen, daß die Kompetenzen der Handelsvertretungen in diesen Ländern weitergehen werden als die mit Warschau vereinbarten. Daß dann schließlich auch Rumänien folgen wird, erscheint keineswegs ausgeschlossen. Dff