Umgelter hat vor Jahren eine sehr achtbare Hans-Scholz-Inszenierung geliefert, deren Vorzüge allerdings mehr in die Richtung des Films als in die des Fernsehens gingen. Sein Unternehmen mit dem „Grünen Strand der Spree“ war paradoxerweise des Erfolges wegen irritierend und provozierend: Er hatte mit UFA-realistischen Massenszenen so ziemlich alle eben erst aufgestellten Regeln der Fernsehdramaturgie verletzt und doch Sehenswertes zustande bekommen.

Das eine, die Massenszenen, hat er in seiner Camus-Inszenierung „ Der Belagerungszustand“ beibehalten, das andere, den Realismus, aufgegeben. Beides war falsch, und so ist von dieser zweiten aufwendigen Umgelter-Regie ein vollständiger Mißerfolg zu melden. Denn hier nun, wo schon der Text sich auf der Ebene des Gleichnishaften hält und auf bedenkliche Weise präzise Anspielungen auf die Welt der Lager ins Allegorisch-Symbolische hinüberspielt, mußte die Verwirklichung nah am Konkreten bleiben, wenn sich nicht alles ins Pathetisch-Beziehungsreiche verflüchtigen sollte.

Genau dies geschah, als von dem Bühnenbild bis zur choreographisch angelegten Bewegungsregie eine ganze Inszenierung sich nach dem Tiefsinnig-Bedeutungsvollen hin orientierte, lupus