Mit dem neuen Hypothekenbankgesetz kann sich die Rheinische Hypothekenbank, Mannheim, nicht so recht befreunden. Jedenfalls hat das Institut die neuen Bilanzierungsvorschriften noch nicht angewandt, sondern seine jahrelange Übung beibehalten, die Geldbeschaffungskosten der Bank und Bereitstellungszinsen, die die Kreditnehmer neben dem Zins zu zahlen haben, nicht vor ihrer Vereinnahmung zu aktivieren. Die zumeist über die Laufzeit der Darlehen verteilten Einnahmen versprechen also später sichere Überschüsse, weil ihnen keine entsprechenden Aufwendungen gegenüberstehen. Denn die Mindererlöse der Bank aus dem Absatz eigener Schuldverschreibungen (Disagio 2,5 Mill. DM und Bonifikationen und Provisionen 1,6 Mill. DM) werden ja als Aufwand sofort gewinnmindernd gebucht, obwohl diese Beträge betriebswirtschaftlich auf die Laufzeit der Schuldverschreibungen zu verteilen wären.

Deshalb erscheint auch der Gewinn von 5,19 Mill. DM für 1962 (nach 2,55 im Vorjahr) niedriger als er in Wirklichkeit ist. Oder wie es die Bank nennt: „Diese Bilanzierungsmethode ermöglichte es wiederum, weitere stille Rücklagen zu bilden, die dann in späteren Jahren dazu beitragen können, die Ertragslage der Bank nachhaltig zu festigen.“ Kein Wunder, daß der Vorstand die betriebswirtschaftlich konsequentere Abgrenzungsmethode nach dem neuen Hypothekenbankgesetz, die diesen Ermessensspielraum ab 1964 beengt, nicht gerade begrüßt.

Ob man die neue Bilanzierung aber wirklich mit „Besorgnis betrachten“ und damit rechnen muß, daß sie nach Ablauf der Übergangsperiode auf „gewisse Schwierigkeiten“ stoßen wird? – Wohl kaum. Es sei denn, die Bank meint die psychologische Wirkung sinkender Erträge in späteren Jahren bei einer allmählichen Sättigung des Wohnungsbedarfs. Damit ist allerdings einmal zu rechnen. Wenn das rechnerische Wohnungsdefizit Ende 1962 nach Ansicht der Bank nur noch 750 000 beträgt, sofern man die etwa 800 000 im Bau befindlichen nicht mitzählt, wird auch die stürmische Bilanzausdehnung der Hypothekenbanken einmal ihr Ende finden müssen.

Bislang sind die Darlehenszusagen der Bank jedoch noch weiter in die Höhe geschnellt und übertrafen mit 203 Mill. DM die Auszahlungen von 125 Mill. DM beträchtlich.

Während die Hypothekendarlehen um 20 % oder 94 Mill. auf 558 Mill. DM anwuchsen, nahmen die Kommunaldarlehen (im weitesten Sinne) nur noch um 2,6 % auf 262 Mill. DM zu. Die Dividende für 16 Mill. DM Grundkapital, an dem die Commerzbank mit über 25 % beteiligt ist, wurde von 14 auf 16 % erhöht. W. W.