Alfred Kurella:

Einige Künstler haben eigentümliche Auffassungen vom Weltniveau. Sie übertragen mechanisch das Weltniveau aus der Wissenschaft und Technik in die Kunst und landen bei der Leugnung der Klassengebundenheit des Kunstschaffens ...

Weltniveau erstreben heißt ... für die deutsche Kunst heute, das Schicksal der Nation zutiefst erfassen und ihre Probleme in ihrer sozialistischen Lösung, das heißt in der Weise vollendet zu gestalten, wie sie sich in diesem, in unserem Teil Deutschlands darstellen.

Jene Berliner Schriftsteller, Theater- und Filmschaffenden, mit denen wir in den letzten Wochen Auseinandersetzungen hatten, können uns auf diesem Weg nicht folgen, weil sie ganz offensichtlich das Grundproblem unserer nationalen Entwicklung und die Rolle der DDR bei seiner Lösung nicht verstanden haben. Sie haben einen eigenartigen und eigenen Begriff von Niveau geschaffen. Sie fühlen sich einer von ihnen selbst bestimmten übernationalen Avantgarde zugehörig und sind besonders empfindlich für die Anerkennung in den Kreisen dieser „Weltelite“, zu der auch avantgardistische Kollegen Westdeutschlands gehören. Dagegen berührt und kümmert es sie wenig, ob und wie unsere sozialistischen Menschen hier in der DDR auf ihre Kunst reagieren. Unsere Forderungen nach Parteilichkeit und Volkstümlichkeit sind ihnen im Grunde fremd und werden von ihnen abgelehnt.

Willi Bredel:

„Sinn und Form“ ... hatte sich unter der Leitung des Akademiemitgliedes Peter Hüchel von ihrer Aufgabe, das Leben in der Akademie und ihren Anteil bei der Entwicklung einer sozialistischen Nationalkultur sowie das persönliche Kunstschaffen ihrer Mitglieder widerzuspiegeln, immer mehr entfernt. Jahrelang und mit einer Langmut sondersgleichen wurden Versuche unternommen, in Übereinstimmung mit ihm (Peter Huchel) eine Änderung herbeizuführen. Alle Versuche blieben aber ergebnislos.

Kurt Hager: