„Botschafter der Angst“ (USA; Verleih: United Artists): östliche „Gehirnwäsche“-Spezialisten bearbeiten (im Koreakrieg) einen Amerikaner so teuflisch-raffiniert, daß er zu Hause von Heldentaten faselt, worauf man ihm den höchsten amerikanischen Kriegsorden verleiht – ohne blasse Ahnung, daß er ein abgerichtetes und willenloses Mordwerkzeug in der Hand Moskaus ist. Dies zu entdecken, bedarf es eines forschen Abwehroffiziers (zeitlebens Soldat gewesen), der in seiner Freizeit mit strammer Wut „gelbe Katzen“ verprügelt. Der löst den Bann durch einen tiefenpsychologisch angelegten Kartentrick, und der ferngelenkte Attentäter wendet sich gegen seine Auftraggeber, erschießt zuerst zwei Sowjet-Agenten, die gerade dabei sind, das Weiße Haus zu unterwandern (als Präsident und Präsidentenfrau), und dann sich selbst. Damit hat er sich, wenn auch nachträglich, seinen Orden verdient, der Forsche bestätigt’s ihm salbungsvoll beim Ausblenden. Eine Propaganda-Hetze, die bestenfalls nach McCarthy schmeckt, ein paar Finten können nicht darüber hinwegtäuschen: Die wenigen Amerikaner, die keinen ganz astreinen Eindruck machen, entpuppen sich zum guten Ende allesamt als Kommunisten. Besonders übel an dem durch und durch verlogenen Produkt: dümmliche science-fiction wird als pure Wahrheit verkauft. Mit allen Mitteln der Kolportage soll der Zuschauer zur Hinnahme des politischen Status quo geschreckt werden, mit allen Mitteln wird der „Erbfeind“ im Osten zum Untier gestempelt, damit niemand daran zweifelt, daß der Kalte Krieg heiß und bis aufs Messer geführt werden muß. uwe