Ernest Dale, Betriebswirt, Inhaber einer Management-Beratungsfirma und Publizist, hat sich die Aufgabe gestellt, den Organisationserfolgen großer amerikanischer Konzerne nachzuspüren. Nicht etwa, weil er eine Theorie für den Erfolg zu finden hoffte, sondern wahrscheinlich nur deshalb, weil er den vielen Regeln und Gesetzen, die im Management-Kursen „verkauft“ werden, nicht mehr vertraute. Denn eines ist ganz sicher: Wer sich heute ernsthaft mit der Fachliteratur auf dem Gebiet der Unternehmungsführung, der Organisation, ja, des Managements schlechthin auseinandersetzt, wird schnell erkennen, daß es eine einheitliche Theorie in diesen Dingen nicht gibt. Und wer sich überdies in der Praxis mit den Problemen herumschlagen muß, der wird bald merken – sofern er wachen Sinnes ist –, weshalb eine solche Theorie nie gefunden werden kann.

Die Wirklichkeit der Wirtschaft, besonders wenn wir an das Gebilde „Unternehmen“ denken, ist sehr viel komplizierter und differenzierter, als man es sich von „außen“ vorstellt. Eine „Wissenschaft vom Management“ kann deshalb keine einfache Wissenschaft sein – und die Regeln und Gesetze, die sie aufstellt, können keinesfalls so simpel und einprägsam sein, wie sich das die Teilnehmer an allen möglichen „Erfolgskursen“ landauf, landab nun einmal wünschen. Hat man das Buch von

Ernest Dale: Die großen Organisatoren – Eine Analyse des Erfolgs amerikanischer Konzerne; Econ-Verlag GmbH, Düsseldorf–Wien 1962; 328 Seiten

gelesen, so weiß man, daß solche Kurse sinnlos sind. Nur die unmittelbare Beschäftigung mit allen Fragen, die sich in der Unternehmungsführung stellen – nur das intensive Nachdenken über die vielfältigen Beziehungen, die Technik, Menschen, Geld, Gemeinschaft, usw. miteinander verbinden, kann zur richtigen Entscheidung führen. Wie verschiedenartig die Leitlinien, die Regeln und Thesen sind, denen sich erfolgreiche amerikanische Manager bedient haben, das beschreibt Dale in seinem Buch sehr eindrücklich. Rle.