Im Geschäftsbericht der Nordwestdeutsche Kraftwerke AG, Hamburg, findet sich folgender bemerkenswerter Satz: „Die anhaltend gute Ausnutzung unserer modernen Kraftwerksanlagen berechtigte und verpflichtete uns zu einer Hinteren Senkung der Strompreise.“ Im Zusammenhang mit der Preissenkung hat die NWK Vertragsverlängerungen mit ihren Abnehmern vereinbart, so daß der überwiegende Teil des Stromabsatzes nunmehr durch Verträge mit einer Laufzeit bis über das Jahr 1984 hinaus gesichert ist. Das gibt der Gesellschaft auch den Mut zu ihren gewaltigen Investitionen, die im Berichtsjahr die 100-Millionen-Grenze überschritten haben. Finanziert wurden sie aus den Abschreibungen von 46,82 (42,67) Mill. DM sowie durch eine Kapitalerhöhung um nom. 40,5 Mill. zum Ausgabekurs von 140 %. Dadurch kamen etwa 54,3 Mill. in die Kasse. Die laufenden Investitionen werden wiederum in etwa zur Hälfte aus Abschreibungen finanziert werden, außerdem ist eine 50-Mill.-DM-Anleihe aufgenommen worden. Deshalb besteht keine Notwendigkeit, schon in absehbarer Zeit eine neue Kapitalerhöhung durchzuführen, obwohl die NWK sicherlich zu den Unternehmen zählen würde, deren Aktien ohne Schwierigkeiten auch angesichts der augenblicklichen Misere am Aktienmarkt absetzbar wären.

Dank der überdurchschnittlichen Steigerung der Stromabsatzzahlen (der echte Zuwachs betrug 10,4 % bei einem Bundesdurchschnitt von 7,6 %) haben in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche in- und ausländische Kapitalanleger NWK-Aktien in ihr Portefeuille genommen. Daher die stabile Kursentwicklung! Die Erzeugung der NWK-Kraftwerke betrug 3,357 Milliarden kWh.

Die NWK, deren Grundkapital von jetzt 101,816 Mill. DM sich zu mehr als 75 % im Besitz der Preußische Elektrizitäts-AG, Hannover, befindet, gilt gegenüber Konjunkturschwankungen als wenig empfindlich. Im landwirtschaftlichen Bereich stecken noch beträchtliche Stromverbrauchsreserven, außerdem wird sich immer stärker die Ansiedlung gewerblicher Betriebe auf dem flachen Lande günstig bemerkbar machen.

Die NWK zahlt – wie im Vorjahr – eine Dividende von 12 %, daneben aber jetzt einen Bonus von 1 %. Er stammt aus dem laufenden Ertrag, also nicht aus Sondergewinnen. Warum man den Bonus gewählt hat und nicht eine echte Dividendenerhöhung, die auf Grund der Ertragslage durchaus möglich gewesen wäre, werden die Aktionäre auf der Hauptversammlung fragen müssen. -ndt