Die Württembergische Hypothekenbank, Stuttgart, kann mit einer Steigerung des Zinsüberschusses um 16 % auf 13,2 Mill. DM bei einer Vergrößerung des Geschäftsvolumens um nur 10 % auf 1,35 Mrd. DM Bilanzsumme für das Jahr 1962 ein Ergebnis vorlegen, das in zweifacher Hinsicht bemerkenswert ist. Einmal bedeutet es eine Umkehrung im Vergleich zum Vorjahr.

Damals war bei einer Erweiterung der Bilanzsumme um 16 % nur eine Erhöhung des Zinsüberschusses um 8 % möglich. Zum anderen wurde diese kräftige Verbesserung der Ertragskraft in einem Jahr erzielt, in dem sich im Darlehensgeschäft . die Konkurrenz der Sparkassen und Versicherungen so verstärkt hat, daß die Hypothekenbanken gezwungen waren, bei ihrer üblichen Zinsmarge von 1 % auf 3/4 bis 1/2 % zurückzugehen. Hier kam der Württembergischen Hypothekenbank offensichtlich die „Bereinigung“ ihrer Emissionen von hochverzinslichen Typen zugute, die sie 1961 erstmals in großem Stil mit der Kündigung von 38,4 Mill. DM Pfandbriefen und Kommunalobligationen eingeleitet und im vorigen Jahr mit der Kündigung von weiteren 37,3 Mill. DM fortgesetzt hat. Auch in diesem Jahr sind bereits wieder 38 Mill. DM zum 1. April gekündigt worden. Weitere Kündigungen sind vorgesehen, hängen. jedoch wegen der Refinanzierung von der Entwicklung des Kapitalmarktes ab. Direktor Fahrbach warnte in diesem Zusammenhang davor, die Umschuldungsaktion zu überspannen und den Rentenmarkt dadurch in Gefahr zu bringen, was angesichts der hohen in diesem Jahr kündigungsfähig werdenden Emissionen durchaus im Bereich des Möglichen liege. Ebenso eindringlich warnte er aber auch davor, bereits wieder nach dem 5 1/2prozentigen Typ zu streben.

Für 1963 rechnet Direktor Fahrbach mit einer weiteren Verbesserung des Ertrags. Den Rücklagen wurden 1962 3,5 Mill. DM zugewiesen. Im laufenden Jahr sollen die Rücklagen um 4,5 Mill. DM verstärkt und damit auf die doppelte Höhe des Aktienkapitals von 20 Mill. DM gebracht werden. Diese Vorsorge hält Direktor Fahrbach für notwendig, da trotz der bisherigen Erfolge Verluste auch bei den Hypothekenbanken nach den Erfahrungen früherer Jahre durchaus nicht unmöglich seien. So wurde die Ertragsbesserung 1962 auch vorab zur inneren Stärkung verwandt (die Abschreibungen auf Hypotheken wurden von 1,0 auf 1,5 Mill. DM erhöht). Die Aktionäre (über 60 % des Grundkapitals liegen bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank) erhalten wieder die Vorjahresdividende von 16 %. Da die Umlaufgrenze für die eigenen Emissionen durch das neue Hypothekenbankgesetz erweitert wurde, hat die Bank noch einen Emissionsspielraum von 740 Mill. DM, so daß mit einer Kapitalerhöhung vorerst nicht zu rechnen ist. C. D.