FÜR alle Kunstfreunde in der Bundesrepublik, die sich noch an die Dresdner Bilder erinnern und sich nicht damit abfinden können, daß sie zur Zeit nicht erreichbar sind –

Henner Menz: „Die Dresdner Gemäldegalerie“; Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München/Zürich; 320 S., 19,80 DM.

ES ENTHÄLT Reproduktionen von mehr als der Hälfte der 610 Bilder, die heute nach der Rückführung der Bilder aus Rußland im wiederhergestellten Semper-Bau gezeigt werden. Die wichtigsten und berühmtesten sind farbig reproduziert (104 ganzseitige Abbildungen), weitere 240 Bilder sind im Kleinformat schwarzweiß wiedergegeben. Dazu knappe Bildkommentare für die Farbtafeln. Und eine ausführliche Geschichte der Galerie von der Kunst- und Raritätenkammer im sechzehnten Jahrhundert bis heute.

ES GEFÄLLT, weil wir die Bilder, die im Original nicht zu sehen sind, hier in recht brauchbaren Reproduktionen vor Augen haben. Und weil die Sächsischen Kurfürsten und Könige unter allen deutschen Herrscherhäusern das meiste Sammlerglück bewiesen haben. Dresden hat nicht bloß eine Fülle großer Namen, vor allem aus der italienischen Renaissance und dem flämischen und niederländischen Barock: Giorgione, Tizian, Tintoretto, Raffael, Correggio, Rubens, Frans Hals, Rembrandt, Vermeer. Es hat von jedem entweder überhaupt das Beste oder das Seltene, Erlesene – auch von den Malern des zweiten Ranges. Die Dresdner Galerie wurde als erstes deutsches Museum in die Reihe „Knaurs Galerien der Welt“ aufgenommen, die sich von ähnlichen Verlagsunternehmen durch eine sparsame, weniger aufwendige Aufmachung sympathisch unterscheidet. g. s.