Konfirmationsbücher sind eine besondere Gattung Bücher. Sie sollen Lesebuch sein für eine Altersstufe, die wenig liest, sie sollen ins Leben führen, ohne pädagogisch zu wirken, sie sollen vor allem den christlichen Glauben mit der Wirklichkeit unserer Welt verknüpfen, ohne mit lehrhafter Fracht belastet zu sein. Dies alles zusammenzubringen, gelingt nicht immer. Auch bei dem neuen Konfirmationsbuch für lutherische Konfirmanden

Hans May: „Bei Licht besehen – Ein Buch für junge Menschen“; Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn; 184 Seiten mit zahlreichen Fotos, 14,80 DM

ist es nicht befriedigend geglückt.

Hans May, dem Verfasser, ist es gelungen, modern und vor allem anschaulich zu schreiben, wobei ihm eine Reihe ausgezeichneter Fotos dienen. Der erste Eindruck ist deshalb vertrauenerweckend. Aber dann möchte man lesen und verheddert sich zwischen Groß- und Klein- und Kursivdruck, und die vielen hingeworfenen Oberschriften helfen nicht weiter.

Die Zusammenstellung von Texten, Kommentaren und Gebeten wirkt nicht überzeugend. So geht es nicht, daß jede Geschichte, jeder Bericht nur dazu da ist, um kommentiert zu werden. Man hat fast den Eindruck, einen christlichen Beispielschatz zu lesen. Mit diesem Konfirmationsbuch liegt sozusagen der Unterricht noch einmal in Buchform vor, und auch wenn es ein guter Unterricht war – er sollte sich nicht in Konfirmationsbüchern verewigen.

Manchmal versteht es May, wirklich mit seinem Leser ins Gespräch zu kommen. Er bietet ihm auch eine ganze Reihe guter Hilfen zur Praktizierung seines Glaubens, zum Beispiel des Gottesdienstes, indem er die lutherischen Liturgien erklärt.

Die Bibel ist nicht leicht zu lesen. Sie ist nun einmal nicht ein Buch, geschweige ein Lesebuch, sondern eine Bibliothek, in der man sich verirren kann. So entschließen sich Eltern und Paten nicht leicht, ihrem Kind eine Bibel zu schenken. Was soll es damit? Es brauchte sozusagen eine Begleitung auf seinem Weg durch die Bücher der Bibel, die auswählt und erklärt.