Adolph Goldschmidt zum Gedächtnis

Von Alfred Hentzen

Professor Dr. Alfred Hentzen ist Direktor der Kunsthalle in Hamburg.

Am 15. Januar 1963 jährte sich der Geburtstag von Adolph Goldschmidt zum hundertsten Male, ohne daß in der deutschen Öffentlichkeit des großen Gelehrten gedacht worden wäre. Sein Name, seine große Lebensleistung für die Kenntnis der deutschen Kunst, seine vorbildliche Menschlichkeit drohen vergessen zu werden. Nun kommt, ein wenig verspätet, aber hochwillkommen, eine schmale Broschüre –

„Adolph Goldschmidt zum Gedächtnis“, herausgegeben von Carl Georg Heise; Verlag Dr. Ernst Hauswedell, Hamburg; 60 S., 10,–DM.

Die Schrift enthält Beiträge von Schülern und Freunden: Hans Jantzen, Otto Homburger, Otto Freiherr von Taube, Erwin Panofsky, Carl Georg Heise. Heinz Ladendorf ergänzt die Veröffentlichung dankenswerterweise durch eine ausführliche Bibliographie aller Schriften Goldschmidts.

Ich habe nur ein Semester in Berlin bei Goldschmidt studiert, mein viertes, und in seinem Seminar das erste Referat meines Lebens gehalten, über die berühmte Dangolsheimer Madonna im Kaiser-Friedrich-Museum. Ich hatte mich sehr bemüht, im Sinne des verehrten Lehrers die genaueste Beschreibung aller Details der Falten und Haarlocken zu geben und mit denen anderer Werke der oberrheinischen Plastik um 1470 in Beziehung zu setzen, und ich durfte zufrieden sein, als Goldschmidt sein Urteil in den Satz zusammenfaßte: „Na, es ging ja.“