Nicht allein dem noch immer witterungsabhängigen Baugewerbe, sondern auch den Fertighausproduzenten hat der kalte Winter übel mitgespielt. Die meist auf vollen Touren laufende Produktion ging zu einem guten Teil auf Lager, da der Frost allenthalben die Ausschachtungsarbeiten für Fundamente verhinderte. Die unfreiwillige Lagerhaltung hat die ohnehin nicht gerade großzügige Kapitalausstattung der Produzenten zusätzlich strapaziert. Selbst potenten Herstellern, wie beispielsweise dem Großversandhaus Quelle haben die Wintermonate einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht; Von dem Quelle-Fertighaus konnten bis vor kurzem erst ein gutes Dutzend aufgestellt werden.

Trotz dieser Schwierigkeiten sind die Herstellen von Fertig- und Montagehäusern recht optimistisch. Für das Jahr 1963 rechnen sie auf Grund der inzwischen stark erweiterten Kapazität mit dem Absatz von 5000 bis 6000 Häusern. Dieses Volumen liegt allerdings noch weit unter dem Bedarf, der jährlich auf 40 000 bis 50 000 Einheiten geschätzt wird. Mit anderen Worten: Die deutschen Hersteller könnten selbst bei einer Verdoppelung ihrer derzeitigen Produktion nicht einmal, annähernd die Nachfrage decken. Und dies, obwohl das Fertighaus hierzulande noch in der „Entwicklung“ steckt und die Kostenvorteile der Serienproduktion bisher nur bedingt bis zum Käufer durchschlagen. Verteuernd wirken nicht zuletzt die an der konventionellen Bauweise orientierten Bauvorschriften, die einer zügigen Auszahlung der Hypothekendarlehen entgegenstehen, so daß meist auf Zwischenkredite zurückgegriffen werden muß.

Auf einen anderen, das Fertighaus noch mehr belastenden Mißstand weist die Deutsche Pfandbriefanstalt in ihrem Jahresbericht hin: „Es erscheint ausgeschlossen, die bei uns noch völlig fremdartig anmutenden neuen Methoden in großer Breite einzuführen, solange die Hersteller von Fertighäusern und Fertigteilen ihre Investitionsaufwendungen im ersten Anlauf hereinholen wollen.“ Den Produzenten wird man daraus schwerlich einen Vorwurf machen können. Ihnen fehlt, dafür einfach das „finanzielle Rückgrat“. Ganz abgesehen davon, daß der Markt die geforderten Preise hergibt.

Abhilfe kann hier, das ist auch die Meinung der Deutschen Pfandbriefanstalt, nur der Einsatz öffentlicher Mittel schaffen. Die Fertighaushersteller denken dabei nicht an unmittelbare Subventionen. Ihnen schweben vielmehr Investitionskredite aus dem ERP-Sondervermögen vor; eine andere Möglichkeit wäre die Gründung einer Kreditgarantiegemeinschaft. Vielleicht hat der harte Winter, dessen Auswirkungen auf die Baupreise noch nicht abzusehen ist, die Bereitschaft Bonns etwas erhöht, den Fertighausproduzenten eine finanzielle Stütze zu bieten. er