Den Superlativ haben wir, so scheint es, hinlänglich bewältigt, nachdem er von Lokalpatrioten und Werbekünstlern nahezu völlig überwältigt worden ist: Das einmaligste Schützenfest, das schwärzeste Schwarz... Der Komparativ hingegen hat den großen Aufschwung noch nicht ganz geschafft; er kümmert leise dahin und ist meist versöhnlich gestimmt. Er zeigt die Neigung, ein bißchen zu vertuschen, er hat’s mit dem Diplomatischen, zum Beispiel – das ist altbekannt –: Zigarren sind gesunder als Zigaretten. Selbst Ärzte hüten sich, ihren Patienten damit zu drohen, Zigaretten seien noch schädlicher als Zigarren. Nein: Zigaretten sind gesund, Zigarren gesünder.

In München ward dieser Tage etwas ganz anderes als gesundheitsfördernd erkannt. Erinnernd an die Schwabinger Scharmützel zwischen-Polizei und bürgerlichem Fußvolk, hieß es dort: Wasserwerfer sind gesünder als Gummiknüppel. Man kann die Waffe „Gesunder Gummiknüppel“ nun ohne Ende varieren, man langt jedenfalls auch bei den großen Bomben an. Die Versuchung ist groß, zu formulieren:

Die gewöhnliche Atom-Bombe ist ungefährlicher als die Wasserstoffbombe. Zeitalter des Optimismus? Es drückt sich darin wohl eher die Furcht aus, die noch im Komparitiv einen Strohhalm sieht. m. s.