Zudem Plan des Abgeordneten Dr. Martin

Von Enno Patalas

Im Mai vergangenen Jahres rief der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kulturpolitik und Publizistik, der CDU-Abgeordnete und Nervenarzt Dr. Berthold Martin, zu einem public hearing nach Bonn. Das Thema hieß: Rettung des deutschen Films.

Für die Abgesandten der Wirtschaftsverbände bedeutete das ganz selbstverständlich: Rettung der deutschen Filmwirtschaft.

Demgegenüber ließen aber Parlamentarier aller Fraktionen erkennen, daß sie eine Sanierung der alten deutschen Filmwirtschaft nicht länger für diskutabel hielten, sondern allein die Herstellung einer neuen Basis, von der aus das beschädigte Ansehen des deutschen Films wiederzugewinnen wäre.

Zehn Monate sind vergangen, viel Wasser ist den Rhein hinabgeflossen, da legt Dr. Martin den Entwurf eines Filmhilfsgesetzes vor, der demnächst dem Bundestag zugehen soll. Die guten Vorsätze, die Anregungen und Ideen, die einst im Mai so üppig sprossen: sind sie hier zur vollen Blüte gelangt?

Der Gesetzentwurf, sieht vor, die deutsche Filmproduktion durch eine begrenzte Besteuerung der Filmtheater (der Entwurf spricht schamhaft von „Erhebung“) zu subventionieren.