Wenn Banken ihren Namen ändern oder erganzen, hat das einen wichtigen Grund. Denn nicht nur in der Fachwelt, sondern auch in der breiteren Öffentlichkeit verkörpern alte, traditionsreiche Namen, selbst wenn sie nicht mehr dem räumlichen Tätigkeitsfeld entsprechen (Dresdner Bank, Sächsische Bodencreditanstalt usw.) einen kaum zu unterschätzenden Goodwill.

Wenn im letzten Jahr bei der 1827 gegründeten Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft) Berlin-Hannover zwar das kleine c in Actie erhalten geblieben, aber in der Firmenbezeichnung Hannover vor Berlin getreten ist, betont die Bank das Schwergewicht ihrer Geschäftstätigkeit im westdeutschen Raum.

Denn an der Spitze aller Ausleihungen rangieren, entsprechend dem Sitz der Hauptverwaltung in Hannover mit 89 Mitarbeitern (bei 35 Angestellten in Berlin), die Kredite im Raum Niedersachsen mit fast 350 Mill. DM, gefolgt von Hamburg mit 172 Mill. DM und Nordrhein-Westfalen mit 165 Mill. DM. Berlin-West hingegen nimmt mit Ausleihungen von rund 75 Mill. DM eine weitaus geringere Bedeutung ein.

Insgesamt verwaltete die Bank Ende 1962 eine Bilanzsumme von 1110 Mill. DM, nachdem es im Vorjahr noch 948 Mill. DM gewesen waren. Die Hypothekendarlehen wuchsen um 70 auf 456 Mill. DM, während die Ausleihungen gegen kommunale Deckung (echte Kommunaldarlehen sind bedeutungsmäßig zurückgetreten) um fast 64 auf 364 Mill. DM ausgeweitet werden konnten. Daneben bestand zum Jahresende ein Überhang an Darlehenszusagen von 149 Mill. DM.

Die Ertragsrechnung wurde von der Geschäftsausdehnung trotz steigender Personalkosten positiv beeinflußt. Allerdings läßt das der ausgewiesene Gesamtgewinn von 5,65 Mill. DM, von dem 3,1 Mill. für die Dividende von 16 % und der Rest für die Rücklagen verwendet werden, nicht erkennen, denn im Vorjahr hatte das Jahresergebnis 5,4 Mill. DM betragen. Im Jahr 1962 ist allerdings das Schuldverschreibungsdisagio nicht aktiviert, sondern voll als Aufwand gebucht worden. Auch wurde das in früheren Jahren aktivierte Disagio von 2,6 um 1,6 Mill. DM getilgt, mithin ist es gewinnmindernd in die G- und V-Rechnung eingegangen. Daraus darf auf die Absicht der Bank geschlossen werden, noch vor Inkrafttreten der neuen Abgrenzungsmethoden, die das geänderte Hypothekenbankgesetz verlangt, so viele stille Reserven zu legen wie irgendmöglich.

W. W.