Meppen

Seit Bundespostminister Stücklen der Deutschen Bundespost durch Erhöhung der Postgebühren zu neuer finanzieller Blüte verhelfen will, reißen die Klagen der geplagten Geschäftsleute nicht ab. Wenn ein Textilkaufmann zum Beispiel seinem großen Kundenkreis von neuen Kreationen und erstaunlichen Preisen per Drucksache berichten will, dann summieren sich die Pfennigbeträge zu runden DM-Summen. Kein Wunder, daß die Geschäftsleute nach neuen Wegen suchen, um ihre Drucksachen billiger an den Mann zu bringen. Die monopolgesicherte Bundespost steht dabei über den Dingen; denn wer wollte ihr schon Konkurrenz machen. Sie hat jedoch nicht mit der Findigkeit eines Meppener Textilkaufmanns gerechnet.

Der kluge Mann aus Meppen hatte 2000 Drucksachen an seine Kunden zu versenden. Er packte diese 2000 Offerten in seinen Wagen, fuhr einige Kilometer gen Westen über die niederländische Grenze nach Ter Apel, frankierte die Drucksachen dort Stücklen für Stücklen mit dem wesentlich niedrigeren holländischen Drucksachenporto und sparte auf diese Weise je Drucksache 3,4 Pfennig. Summa summarum also 68 Mark. Auch wenn man die Ausgaben für das Benzin noch dazurechnet, so hat sich die Drucksachenreise nach Holland gelohnt. –ast–