Einen bedeutenden Schriftsteller in dem Augenblick zu beobachten, da sich sein zukünftiger Weg entscheidet, hat seinen historischen Reiz; und wenn dieser Schriftsteller Jaroslav Hašek heißt, wird man sein Vergnügen daran haben.

In den Jahren 1911/12 (Kafka arbeitete an seinem Roman Der Verschollene) war es nicht eben klar, wohin sich der geplagte Feuilletonist, Kneipenstammgast und Gründer der berühmten Partei für gemäßigten Fortschritt im Rahmen der Gesetze wenden sollte. Das neue Bändchen zeigt die vielfältigen Möglichkeiten des jungen Erzählers; zu unserem Glück bewegt sich Hašek durch eine Welt von Geschichten (in denen er sich bald als Vorläufer Gregor von Rezzoris, bald als satirisch gestimmter Nachbar Meyrinks erweist) unentwegt auf seinen negativen Helden zu.

Aber von einem Ur-Schwejk zu reden, wie es der Waschzettel tut, ist ein wenig hoch gegriffen: Im Grunde werden hier die ersten Abenteuer Schwejks dargeboten, die Hašek für verschiedene humoristische Zeitschriften lieferte, darunter die Kabinettstücke: Schwejk an der italienischen Grenze und Wie der brave Soldat Schwejk Meßwein besorgte. Wen es nach einer Stunde Urlaub von der verwalteten Welt verlangt, dem wird hier kräftige Hilfe zuteil. Peter Demetz