Im Raum zwischen Flensburg und Göttingen, sowie Lauenburg an der Elbe bis Nordhorn nahe der niederländischen Grenze, sind 176 Volksbanken mit einer Gesamtbilanzsumme von fast 1,9 Mrd. DM und einem Kreditvolumen von 1,3 Mrd. DM der Zentralkasse Nordwestdeutscher Volksbanken eGmbH, Hannover–Hamburg, angeschlossen.

Diese zweitgrößte der fünf gewerblichen Zentralkassen im Bundesgebiet hat nun als erstes Institut seinen Jahresabschluß vorgelegt, der erkennen läßt, daß die Mitgliedsbanken ihr kurzfristiges Kreditgeschäft im Berichtsjahr um 12.1 % ausgedehnt haben, während die längerfristigen Kredite wie in früheren Jahren weitaus stärker, nämlich um 28,9 % wuchsen, also etwas geringer als im Bundesdurchschnitt der Volksbanken. Damit sind die langfristigen Ausleihungen, die früher kaum gepflegt wurden, bei den Volksbanken auf insgesamt 404 Mill. DM gestiegen. Davon sind 251 Mill. aus eigenen Spareinlagen finanziert. Oder mit anderen Worten: 26,2 % der Spargelder sind nunmehr langfristig angelegt, während es im Vorjahr erst 23.2 % waren.

Die Tendenz zu langfristiger Kreditgewährung, die insbesondere auf die Wünsche der mittelständischen Industrie zurückzuführen ist, hat sich also weiter fortgesetzt. Soweit die Volksbanken diese Kreditwünsche nicht aus eigenen Mitteln erfüllen können, hilft ihnen dabei die Zentralkasse, die sich ihrerseits insbesondere beim genossenschaftlichen Spitzeninstitut, der Deutschen Genossenschaftskasse refinanzieren kann.

Im vergangenen Geschäftsjahr kam der Bilanz der Zentralkasse jedoch die Liquiditätsverbesserung der Volksbanken zugute. Die Bilanzsumme stieg von 380 auf ’453 Mill. DM. Die Einlagen wuchsen um 30 Mill. und die Guthaben bei der Deutschen Genossenschaftskasse wurden um 67 auf 103 Mill. DM erhöht. Dafür sind die Einlagen bei der Bundesbank im Zusammenhang mit den veränderten Liquiditätsbestimmungen des Kreditwesengesetzes um 13,7 auf 4,9 Mill. DM abgebaut und die Wertpapierbestände um fast 20 auf 37,6 Mill. DM reduziert worden. Darunter befinden sich vor allem festverzinsliche Papiere, und mit einem Erinnerungswert von 1 DM in geringerem Umfang auch börsengängige Dividendenwerte.

Der Gewinn von 2,44 Mill. DM ist 1962 um 0,9 Mill. DM niedriger ausgewiesen als im Vorjahr, in dem Sonstige Erträge von 2,2 Mill. dem Ergebnis zugute kamen (1962 nur 0,7 Mill.). Zwei Mill. DM wurden den Rücklagen zugewiesen, die nunmehr bereits 17 Mill. DM erreichen und zusammen mit den Geschäftsguthaben (so heißt das genossenschaftliche „Grundkapital“) von 10,6 Mill. DM eine Eigenkapitalquote von 6,1 % der Bilanzsumme erreichen. W. W.