Was mich an der abstrakten Kunst stört, ist, daß ihr das Dramatische fehlt, das heißt der Kampf zwischen dem Menschen und dem Objekt, das er in den Bereich seiner Wahrnehmung und seines Verständnisses führen muß.

Pablo Picasso

Schriftsteller-Klage

Deutsche Schriftsteller der „Gruppe 47“ – unter ihnen Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Heinz v. Cramer, Hans Magnus Enzensberger, Günter Graß, Uwe Johnson, Siegfried Lenz, Hans Werner Richter, Ernst Schnabel, Wolfdietrich Schnurre, Martin Walser und Peter Weiss – haben gerichtliche Klage eingereicht gegen den Parteivorsitzenden der CDU, Dufhues, der die „Gruppe 47“ eine „geheime Reichsschrifttumskammer“ genannt hatte. Offenbar war auf anderem Wege nicht zu erreichen, daß sich Dufhues für einen Lapsus entschuldigte, der wirklich eine ernst zu nehmende Beleidigung bedeuten muß für Schriftsteller, die nichts so sehr miteinander verbindet wie ihre Aversion gegenüber allen Spielarten des Faschismus. Dennoch wird zu fragen sein, ob gerade die Schriftsteller gut daran tun, das neueste Gesellschaftsspiel der Bundesrepublik mitzuspielen: polemische Auseinandersetzungen, bei denen es um Ansichten und Oberzeugungen geht, vor Gericht zu bringen, sobald der Gegner sich eine Blöße gibt, die durch Paragraphen getroffen werden kann.

Film-Enthaltung

Bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes (9. bis 22. Mai) wird die Bundesrepublik nicht mit einem abendfüllenden Spielfilm vertreten sein. In das Bedauern mischt ein altes Sprichwort Hoffnung: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

Der Trend zum Ernsten