In ihrem Geschäftsbericht für 1962 befaßt sich die Bayerische Handelsbank-Bodenkreditanstalt, München, ausführlich mit der Situation der Baufinanzierung. Sie kommt zu dem Schluß, daß das Wohnungsbauvolumen weiter abnehmen und auch in der gewerblichen Wirtschaft im laufenden Jahre die Investitionsfreudigkeit nachlassen wird. Damit wird das Tätigkeitsfeld für den Realkredit kleiner und die Konkurrenz zwischen den Realkreditinstituten schärfer. Deshalb müssen sich – so meint der Vorstand – auch die privaten Hypothekenbanken verstärkt für die Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit einsetzen, insbesondere gegenüber den Kreditinstituten der öffentlichen Hand, soweit diese Wettbewerbsvorteile genießen. In einer sozialgebundenen Marktwirtschaft sollte sich die öffentliche Hand, so heißt es im Geschäftsbericht, in allen Erscheinungsformen nur dort gewerblich betätigen, wo der Bedarf über den Markt nicht gedeckt werden kann. Deshalb müßten auch im Kreditsektor privilegierte öffentlich-rechtliche Spezialinstitute auf genau abgegrenzte öffentliche Förderungsaufgaben beschränkt und Anstalten mit darüber hinausgehender bankgeschäftlicher Betätigung in sämtlichen Arbeitsvoraussetzungen den Privatbanken mit entsprechendem Wirkungskreis gleichgesetzt werden. Ein Schritt dazu könnte es sein, bei einer Neufassung der Gemeinnützigkeitsbestimmungen durch das in Vorbereitung befindliche Wohnungswirtschaftsgesetz den Kreis und das Betätigungsgebiet der Organe der staatlichen Wohnungspolitik einzuengen.

Nun, die Sorgen, die aus diesen Vorschlägen sprechen, beziehen sich auf die Zukunft. Das Geschäftsjahr 1962 war für die Bank, an der die Bayerische Vereinsbank mit mehr als 50 % beteiligt ist, wieder ein ansehnlicher Erfolg. Auch 1963 rechnet man mit einer weiteren Expansion. Der Vorstand hält es für möglich, daß trotz weiterer Rücklagenstärkung um 2 Mill. auf 15 Mill. DM im laufenden Jahr die Umlaufsgrenze erreicht werden wird. Deshalb wird die Hauptversammlung vorsorglich gebeten, einer Kapitalerhöhung um 5 Mill. auf 15 Mill. DM zuzustimmen (genehmigtes Kapital). Die Aktionäre erhalten für 1962 wieder eine Dividende von 15 %. –ndt