Frühstück ist obligatorisch. Diese gestrenge Mahnung findet der Gast eines deutschen Hotels auf der kleinen Preisliste, die in jedem Zimmer hängt.

Ein unangenehmes Gefühl beschleicht einen, wenn man daran denkt, daß man, ohne Appetit auf Marmelade und Brötchen zu haben, frühmorgens wie eine Straßburger Gans genudelt wird. In der Tat bedeutet aber der Hinweis nichts anderes als: das Frühstück muß bezahlt werden, ob man sich nun zu Tisch gesetzt hat oder nicht.

In einem Karlsruher Hotel wurde mir eine Rechnung präsentiert, auf der sechs Frühstücke vermerkt waren, obwohl ich nur drei Nächte dort übernachtet hatte. Ich glaubte an einen Irrtum der Direktion und bat dies zu korrigieren.

„Die Rechnung stimmt“, bedeutete man mir. Ich hatte nämlich ein Doppelzimmer genommen, weil alle Einzelzimmer schon vergeben waren. Und da ich für zwei Betten pro Nacht zu zahlen hatte, mußte ich also auch für zwei Frühstücke aufkommen.

In den meisten deutschen Hotels besteht das übliche Frühstücksgedeck aus Brötchen, einen Klecks Butter, Kaffee und Marmelade, zu dem man mitunter ein weiches Ei zusätzlich bestellen kann und das man in besseren Hotels auch mit Fruchtsäften und Wurst ergänzen darf.

Gegenwärtig zeigt die deutsche Zahlungsbilanz ein Defizit. Hauptursache sind die ausländischen Touristen, die nicht nach Deutschland kommen und keine Devisen mitbringen, während die deutschen in großer Zahl in ihrem Urlaub ins Ausland strömen und die Deutsche Mark dortlassen. Aber solange nicht irgend etwas mit dem Frühstück geschieht, werden sie nicht kommen, die ausländischen Touristen.

Doch nicht weniger Züge

Die vorgesehenen Fahrplaneinschränkungen braucht die Schweizer Bundesbahn nicht auszuführen. Wie wir in der vorigen Nummer der ZEIT berichteten, sollte in der Schweiz auf bestimmten Linien die Zahl der Züge verringert werden. Die Versorgung mit elektrischer Energie ist jetzt jedoch wieder besser geworden, so daß es beim alten Fahrplan bleibt.