Lieber Freund,

mach Dir nicht zuviel Sorgen um mich. Gewiß, mir ist Scheußliches widerfahren, und das Mißtrauen meiner Familie „steht“ immer noch, wie man so hübsch sagt, „im Raum“.

Aber ich habe jetzt in einem Bonner Vorort einen netten Rektor gefunden, der es mit mir „versuchen will“. Ein lieber Mensch, der merkwürdigerweise nicht Hauptmann der Reserve, sondern nur Hauptfeldwebel war.

Edeltrud ist untergebracht, in einem Heim, das mein geistlicher Freund für sie ausfindig machte. Es ging zu Hause nicht mehr.

Mich bedrücken im Augenblick die Sorgen zweier alter Freunde, ehemalige Schulkameraden, mit denen ich gelegentlich korrespondiere.

Der eine ist Innenarchitekt, wohnt im Westen; der andere (durch Heirat) Landwirt, wohnt im Osten unseres gesegneten Landes. Beiden macht das gleiche Lebewesen Sorge: das Schwein (sus).

Mein Freund, der Landwirt drüben, ist der (so häretischen wie reaktionären) Ansicht, daß mit Erbsen, Gerste und Milch gefütterte Schweine „die beste Ware“ ergeben, während die mit Mais und Reismehl gefütterten nach seiner (wiederum so häretischen wie reaktionären) Ansicht ein „schwammiges Fleisch und ein öliges, gelbliches Fett“ zu Markte bringen.