M. Z.: „Das Monstrum von Lohausen“, ZEIT Nr. 12

Auch das kostspielige „Monstrum“ gibt dem Flughafen Lohausen also nicht die nötige Sicherheit. Auf der Westseite, in der Hauptstartrichtung, liegen zwischen dem Ende der befestigten Startbahn und der neuen Trasse der B 8 ganze 445 Meter. Aber auch auf der Ostseite ist Sicherheit erst in zwei bis drei Jahren, d.h. nach Fertigstellung des „Monstrums“ zu erwarten. Während der Bauzeit erhöht sich sogar die Gefahr. Was aber gedenkt der Verkehrsminister nun eigentlich zu tun, da ihn doch die Gefahr der Kollisionen zwischen Flug- und Eisenbahnverkehr angeblich nicht schlafen läßt? Will er weitere zwei bis drei Jahre schlecht schlafen? Da können wir freilich auch für die Zukunft keine Flughafenpolitik von ihm erwarten.

Was geschehen müßte, und zwar unverzüglich, also „ohne schuldhaftes Verzögern“, wäre eine Einschränkung des Flugverkehrs auf das durch die beengte Lage des Flughafens gebotene Maß. Wenn der Landesverkehrsminister den Entschluß dazu nicht finden kann, sollte der Bundesverkehrsminister ihn dazu zwingen – ehe der Staatsanwalt es tut.

Werner Müller Düsseldorf-Lohausen

Wir sind dankbar für den in Ihrer Zeitung veröffentlichten Artikel, da er uns in unserem Wehren gegen die Maßnahmen zum Ausbau des Düsseldorfer Flughafens unterstützt. Wir hielten einen solchen Ausbau für eine undemokratische und ungerechte Entscheidung, da sie über den Kopf von Tausenden Einsprüchen wie der gesamten Bevölkerung hinweggehen würde. Es wäre aber auch eine unmenschliche Maßnahme, da sie sich gegen Menschen richtet, wogegen der angebliche Vorteil nur im Technisch-Wirtschaftlichen läge. Es wäre unmenschlich, dem Moloch einer Großstadt das Recht von so vielen Menschen kleiner Städte und Gemeinden zu opfern.

Es wäre aber auch eine unchristliche Entscheidung. Der Christ weiß: Die Wirtschaft ist um des Menschen willen da, und nicht der Mensch um der Wirtschaft willen! Es ist nicht einzusehen, warum der Flughafen Düsseldorf-Lohausen weiter ausgebaut werden soll, wo nur einige Flugminuten weiter die Möglichkeit des Großflughafens Köln liegt.

Jung, Pfarrer, Ratingen