Funk

NORDDEUTSCHER RUNDFUNK

Mittwoch, 27. März, das Hörspiel:

Ein alter und ein jüngerer Mann, Vrazil und Liska, beide Emigranten, spielen in einem Wiener Caféhaus. Sie spielen nicht Tarok, nicht Schach, sie spielen das selbsterdachte, immer neu und immer anders zusammenphantasierte Endlichwieder-nach-Hause-kommen-Spiel. Wichtig dabei ist, der Phantasie des Partners soviele gedankliche Knüppel zwischen die Füße zu werfen, wie die wirkliche Flucht zurück wahrscheinlich tatsächliche Hindernisse brächte.

Jan Rys, der Autor, ein erfahrener Hörspieldichter versteht es meisterhaft, zarte Poesie und harte Wirklichkeit zur Deckung zu bringen. Ludwig Cremer inszenierte das Stück in Dur und vermied so, daß die Grenzgänger die Grenze zum Sentimentalen überschritten. Willy Trenk-Trebitsch sprach den Vrazil, Ernst Stankovski den Liska, beide mit leichtem Dialekt sehr glaubwürdige politische Flüchtlinge aus einem östlichen Land. Die dritte Rolle, der wichtige Ober, ebenfalls gut, Wilhelm Walter. RH