Die Deutsche Effecten- und Wechselbank in Frankfurt/M. ist ein in die Rechtsform einer Aktiengesellschaft gekleidetes Kreditinstitut, das im wesentlichen den Charakter eines Privatbankhauses gewahrt hat. Ihre Geschäfte waren niemals auf Expansion ausgerichtet. Die Bank hat einen festen Kundenstamm, vornehmlich bestehend aus mittelständischen Unternehmen von Industrie und Handel. Zu ihrem trahinbreiten Arbeitsgebiet gehört die Finanzierung der Einzelhandelsunternehmen im Geschäftszentrum von Frankfurt (Main). Die große Masse der vom Insitut herausgelegten Kredite bewegt sich entsprechend im mittleren Bereich. Nur 34 Kredite in einem Gesamtbetrag von 67 Mill. DM haben die Millionengrenze überschritten.

Stärker engagiert ist die Deutsche Effecten- und Wechselbank im Geldmarktgeschäft, das in dem zentral gelegenen Frankfurter Platz von eher bedeutend ist. Da das Institut freundschaftliche Beziehungen zu einer Reihe angesehener Privatbankiers unterhält, bieten sich für dieses Geschäft ausreichend Möglichkeiten, in der Bilanz betragen die Bankeinlagen rund 52 Mill., die Nostroguthaben und die an Banken herausgelegten Kredite machen in etwa den gleichen Betrag aus. Die Banken-Positionen auf der Aktiva- und Passivaseite halten sich also in etwa die Waage.

Als sich der Schwerpunkt des Wertpapierhandels nach dem Ersten Weltkrieg nach Berlin verlagerte, eröffnete die Deutsche Effecten- und Wechselbank dort eine Niederlassung. Sie floriert auch heute noch. Im übrigen hat das Institut seine Interessen über den Frankfurter Siedlungsraum nicht hinausgehen lassen. Die Filialen befinden sich in der Nähe der Hauptniederlassung. Hier hat die Bank 170 Mill. an Kundeneinlagen gesammelt. Die Spareinlagen von über 40 Mill. DM machen hiervon einen bedeutenden Teil aus; sie haben sich im abgelaufenen Jahr um 17,8 % erhöht.

Die Position Beteiligungen, die mit 4 Mill. zu Buche steht (darunter 2,5 Mill. Konsortialbeteiligungen) haben 400 000 DM an Erträgen gebracht. Das ist zweifellos ein günstiges Ergebnis. Es deutet an, daß der innere Wert dieser Beteiligungen weitaus höher ist, als die Bilanz erkennen läßt. Insgesamt hat die Deutsche Effekten- und Wechselbank aus einem erweiterten Geschäft die gleichen Ergebnisse wie 1961 erwirtschaftet. Dabei war das normale Bankgeschäft lukrativer, während das Börsengeschäft nicht mehr die gleich hohen Gewinne wie in den Vorjahren abwarf. An ertragsabhängigen Steuern wurden etwa die gleichen Beträge wie 1961 bezahlt. In die offenen Rücklagen, die in 1961 mit einer Million dotiert wurden, wurden in diesem Jahr keine Beträge eingestellt, dafür wurden auf Betriebs- und Geschäftsausstattung 600 000 DM abgeschrieben. Wie die Position Abschreibungen erkennen läßt und Bemerkungen im Geschäftsbericht andeuten, wurden den stillen Reserven etwa die Beträge zugewiesen, die 1961 in die offenen Rücklagen gingen. Auf das Grundkapital von 8 Mill. DM wird wiederum eine Dividende von 16 % ausgeschüttet. WR