Das CDU-Parteipräsidium hatte einen beschwörenden Appell erlassen, auf „propagandistische“ Ausgabenanträge, welche Währung und Konjunktur gefährden, zu verzichten. Dem Minister Heck scheint er nicht zu Ohren gekommen zu sein, ihm blieb offenbar verborgen, mit welcher Verzweiflung die Haushaltsexperten des Bundestages gerade in diesen Tagen um den Etatausgleich und gegen Steuererhöhungen kämpfen.

Völlig unbekümmert forderte er höhere Zahlungen für die vierten, fünften und folgenden Kinder als „dringend und unerläßlich“. Die Leistungsverbesserungen des Bundeskindergeldgesetzes, das sich noch in der parlamentarischen Beratung befindet, reichten ihm offenbar nicht aus. Alle Familienhilfen – gemeint sind wohl die im Steuer-, Tarif- und Mietrecht – sollten darüber hinaus in einem Gesetz zusammengefaßt und „ständig“ den gestiegenen Lebenshaltungskosten angepaßt, also „dynamisiert“ werden.

Wer soll das bezahlen...? Diese Frage scheint Studienrat Dr. Heck nicht zu beschäftigen. Hauptsache, er erntet den Beifall der Familienverbände, denn die „dynamische“ Kindergeldgesetzgebung war schon lange ihr Wunschtraum. Nicht einmal Minister Wuermeling wollte ihn honorieren. Nun muß er sich von seinem Nachfolger sagen lassen, daß die Familienpolitik in der Bundesrepublik „Flickwerk“ geblieben ist.

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